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Aktionsgemeinschaft
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"Wir können eine Veränderung der Umwelt, des Klimas und auch der Anbaumethoden feststellen. Die Ernten gehen zurück und die Böden sind weniger fruchtbar. Früher wurde je nach Saison Hirse, Sorghum, Erdnuss, Okraschote, Kuhbohne und Kürbis angebaut. Heute jedoch wird nicht mehr auf diese Vielfalt gesetzt. Die Anbaumethoden und auch die Ernährungsgewohnheiten sind schlechter geworden.“ So beschreibt ein Bauer auf einer Versammlung von ASPSP, was sich in der Landwirtschaft verändert.
Diesen Veränderungen, die für die Bauern und für die Ernährungslage in den ländlichen Regionen große Risiken bergen, will das Bauernnetzwerk ASPSP durch die Bewahrung und Weitergabe alter Kulturpflanzen und des zugehörigen traditionellen Wissens der Bauern gegensteuern. Dazu organisiert es nicht nur Tauschbörsen für Saatgut, sondern auch Treffen, bei denen Bauern sich des Wertes ihres alten Wissens versichern.
Im Januar 2011 fand im Ort Fandène erstmals die „Feier des traditionellen Saatguts“ statt. Zwar wurde auch hier Saatgut getauscht, aber im Zentrum stand der ‚geistige’ Austausch der Bauern und ihre Sensibilisierung gegenüber den Risiken genmanipulierter Pflanzen. ASPSP-MitarbeiterInnen befragten dabei alte und besonders erfahrene Bauern und zeichneten ihre Aussagen auf.
"Das traditionelle Saatgut hat für uns eine große Bedeutung. Das kann man schon daran sehen, dass bei wichtigen Zeremonien Getreidesaat symbolisch mit dabei ist. Bei einer Hochzeit wird der Braut z.B. eine kleine Menge an Getreidesamen mitgegeben. Diese soll der Versorgung und der Sicherheit in der neuen Familie dienen. Hirse wird als eine der wichtigsten und widerstandsfähigsten traditionellen Anbaupflanzen mit dem Familienoberhaupt verglichen, Erdnüsse, Erbsen und Bohnen als sättigende Hülsenfrüchte den Frauen zugeordnet“, notiert das Protokoll die Aussage eines Bauern.
Mit der bäuerlichen Verfügung über das Saatgut wächst auch die Ernährungssicherheit
"Wir haben aufgehört das industrielle, ’verbesserte’ Saatgut anzubauen. Wir essen es nicht mehr, denn es ist nicht gut für die Gesundheit, " erklärt der Bauernvertreter Demba Ba zwei Monate später bei einem Treffen der ASPSP Mitgliedsverbände.
"Durch die genetisch veränderten Pflanzen geraten wir in eine neue Form der Knechtschaft. Wir machen uns abhängig von Importen, zerstören unsere Umwelt und riskieren unsere Gesundheit. Die versprochenen Produktivitätssteigerungen treten nicht ein und unsere traditionellen Arten sterben aus."
Das traditionelle Saatgut bietet den Bauern im Senegal mehr Sicherheit. Denn die über Jahrhunderte entwickelten und ausgewählten Sorten können schwierigen Umweltbedingungen viel besser trotzen. Sie können sich auch den durch Klimawandel verursachten Dürren und Überschwemmungen besser anpassen. Denn anders als beim Anbau industriell veränderter Sorten wählen die Bauern beim traditionellen Anbau jedes Jahr die besten und kräftigsten Pflanzen aus und entwickeln ihre Sorten so beständig weiter.
Neben der langfristig angelegten Arbeit zur Wiedererlangung von Ernährungssouveränität durch Saatgutsicherung arbeitet ASPSP auch an ganz praktischen Projekten zur Verbesserung der Nahrungssicherheit. Denn diese ist heute kaum vorhanden. Kein Bauer produziert genug, um davon die Familie das Jahr über zu versorgen. Immer wieder gibt es Hungerperioden und auch 2011 war im Senegal kein gutes Jahr.
In den Gärten und Versuchsgärten der ASPSP-Gruppen werden also Techniken vermittelt, die die Bodenfruchtbarkeit verbessern, allen voran Mulchen, Mischkultur, Fruchtwechsel und Kompost.
Eine ganz praktische Initiative realisierte die Ausbilderin und Bäuerin Franzisca Diouf im Sommer 2011. In zwei ASW-finanzierten Seminaren zeigte sie anderen Frauen, wie sie aus dem Stroh des Fonio-Getreides, Kuhdung und Lehm einen verbesserten Getreidespeicher bauen können, der ihre Nahrung wesentlich besser vor den oft hohen Verlusten durch Vögel, Käfer, Mäuse und Ratten schützen kann.
Bitte spenden Sie, damit ASPSP die Ernährungssicherheit auf dem Land noch besser fördern kann.
| Kennwort: Umweltfonds Afrika Kenn-Nr.: 8003 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
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| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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