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Aktionsgemeinschaft
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Projektinfo 209 / Senegal
Nach gut 600 Kilometern kam die von ASPSP 2009 organisierte Karawane für lokales Saatgut am 10. März endlich in Djimini im Süden des Senegals an. Bauern und Bäuerinnen aus acht westafrikanischen Ländern und aus Frankreich waren in Thiès im Norden Senegals aufgebrochen und hatten sich während des Marsches mit Bauern am Wege ausgetauscht. In Djimini fand die Aktion in einer großen überregionalen Saatgutmesse ihren Abschluss. Mehr als hundert westafrikanische BäuerInnen präsentierten dort ein weites Spektrum lokaler Kulturpflanzen und ihr Wissen über deren Verwendungsmöglichkeiten.
Neuer Reis für Afrika…
Ein zentrales Thema in Djimini war die Einführung der NERICA- Reissorte. Diese neue Kreuzung aus afrikanischem und asiatischem Reis soll bedeutend höhere Erträge bringen als herkömmliche Reissorten. NERICA ist neben den importierten Hochleistungssorten aus Asien Bestandteil der ehrgeizigen Pläne der senegalesischen Regierung, die Selbstversorgung mit Reis im Senegal sicherzustellen. Die Sorte wird im Bio-Labor hergestellt und kann sich nicht eigenständig vermehren. Die BäuerInnen müssen also ihr Saatgut jedes Jahr neu kaufen. Besonders ausgerichtet ist NERICA auf den Regenfeldbau in der südlichen Provinz Casamance, die neben der Gegend am Senegalfluss im Norden die zweite wichtige Reis-Anbauregion des Senegal ist.
„Wir kämpfen hier seit vielen Jahren mit den Folgen des Klimawandels. Das Meerwasser dringt immer weiter in die Flussläufe ein, versalzt die Anbauflächen für Reis und macht diese somit unbrauchbar. Die Regenfälle kommen unberechenbarer und der Grundwasserspiegel sinkt beständig ab“, stellt Arona Diedhiou aus Kabiline in der Casamance fest. Arona ist Präsident der Entente de Diouloulou, einer Mitgliedsorganisation von ASPSP. Landing Shonko, der als Koordinator der Gruppe für die Beratung der Bauern in Kabiline zuständig ist, ergänzt: „Wir haben zwei NERICA- Sorten getestet, aber bisher konnten wir die versprochenen Erträge nicht annähernd erreichen. Um auf die ständigen Umweltänderungen hier bei uns zu reagieren, müssen wir jede Sorte anpassen und weiterentwickeln. Das geht mit traditionellen Sorten, mit NERICA geht es nicht.“
Neues Wissen durch Austausch und
Weiterbildung …
In Kabiline gehen die Bauern verschiedene Wege, um auf die veränderten Bedingungen zu reagieren. Die Entente de Diouloulou beschäftigt insgesamt 51 Multiplikatoren, die Saaten testen und weiterentwickeln. 21 davon sind in Kabiline aktiv. Dabei kommen nicht nur traditionelle Sorten zum Einsatz, sondern auch industrielle Züchtungen aus anderen Ländern.
Eine zunehmend wichtige Rolle spielt der bewässerte Gartenbau. Für den sind die Frauen zuständig, die sich aufgrund der hohen Kosten für Pestizide und chemische Dünger mit biologischem Anbau beschäftigen müssen. Für viele ist dieser Neuland und der Bedarf an Weiterbildung und Austausch von Wissen ist groß.
Dieser Austausch zwischen den 14 der ASPSP angeschlossenen regionalen Organisationen im gesamten Land funktioniert auch außerhalb der jährlichen Saatgutmessen zunehmend gut. So bekamen die Bauern aus Kabiline kürzlich Besuch von der Bauerngruppe Tattaguine aus der Region Kaolack, die ebenfalls mit dem Problem der versalzenen Böden zu kämpfen hat. Ein Gegenbesuch ist bereits geplant und damit besteht Aussicht auf neue Erkenntnisse und praktisch anwendbare Lösungen.
Für den ASPSP- Vorsitzenden, Lamine Biaye, bleibt der Bewusstseinswandel der KleinbäuerInnen das zentrale Thema: „Egal was passiert, die Bauern müssen ihr Saatgut behalten und weiterentwickeln. Denn eigenes Saatgut bedeutet die Autonomie des Bauern, seine Souveränität.“
Deshalb sieht Biaye nicht nur die Einführung von NERICA und anderen Hybriden sehr kritisch, sondern auch das Regierungsprogramm zum Anbau von Pflanzen für Agrosprit und dadurch drohende Privatisierung von Land.
Die politische Lobbyarbeit für Ernährungssouveränität im Senegal, die Weiterbildungen für die Mitglieder und die internationale Vernetzung sollen in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Es gibt viel zu tun!
Wir bitten Sie, diese wichtige Arbeit von ASPSP und seinen Mitgliedsorganisationen mit Ihrer Spende zu unterstützen.
| Kennwort: Umweltfonds Afrika Kenn-Nr.: 8003 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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