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Aktionsgemeinschaft
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Projektinfo 214/ Brasilien
Im März besuchte Silke Tribukait die zweite Vollversammlung indigener Frauen, die die von uns geförderte Frauenabteilung des Indigenennetzwerkes APOINME organisiert hatte. Das Treffen ist Teil eines allgemeinen Aufbruchs brasilianischer Frauen an der Basis. Schon beim Panamazonischen Sozialforum im November 2010 waren die Frauen die treibende Kraft - für den dieses Jahr anstehenden Marcha das Margaridas erwartet man 100.000 Teilnehmerinnen.
Wir wollen atmen, schwimmen, rennen, essen und glücklich in einer gesunden Umwelt leben – diese Forderungen schrieben Teilnehmerinnen des Panamazonischen Sozialforums in Santarém im November 2010 in ihr Abschlussdokument. Diese Forderungen hört man jetzt immer öfter. Auf immer mehr Versammlungen äußern Frauen eine zunehmende Unzufriedenheit über die Politik der neuen brasilianischen Regierung. Präsidentin Dilma Rousseff setzt das Entwicklungsmodell ihres Vorgängers Lula ohne Rücksichtnahme auf indigene und andere Bevölkerungsgruppen fort. Die Frauen thematisieren insbesondere den massiven Bau von Straßen, Eisenbahnen und gigantischen Wasserkraftprojekten. Zaghaft gibt es erst Diskussionen über das neue Atomkraftprogramm.
Auf der Vollversammlung der indigenen Kriegerinnen
des Nordostens Ende März 2011 im Dorf der Tuxá, Bahia wurden die Stimmen jener Frauen
laut, die schon unter den Folgen der Entwicklungsmaßnahmen leiden. Insbesondere
die Umleitung des Rio São Francisco war Thema. Denn er zerschneidet ganze
Dörfer und Familien können sich nicht mehr besuchen, obwohl sie “nur” eine
Flussbreite entfernt leben.
Auch das Thema Landrechte beschäftigte die indigenen
Kriegerinnen. Regierungsstellen verzögern zurzeit die Vergabe von Landtiteln an
indigene Gemeinschaften, damit diese geringere Möglichkeiten haben, juristisch
gegen die Infrastrukturprojekte vorzugehen.
Die neuen Straßen der Regierung erschließen die vormals unzugänglichen Gebiete auch für die Drogenbarone. Sie bringen Krack und andere neue Drogen in Umlauf und nutzen dabei die Ahnungslosigkeit der indigenen Bevölkerung aus. “Es vergeht kein Wochenende, ohne dass sich unsere Kinder wegen der Drogen gegenseitig umbringen”, beschreibt Suyane Araújo de Sá aus Pernambuco die relativ neue Situation.
Ein gemeinsames Dokument – unterzeichnet von indigenen Frauen aus 36 verschiedenen Völkern - beendete das Treffen. Hierin drücken die Frauen nicht nur ihren Protest gegen die Großprojekte aus, sondern fordern auch spezifische Indigenenrechte ein, wie eine Verbesserung ihrer Gesundheitsversorgung. Adressiert wurde es an die neue Präsidentin und zahlreiche Netzwerke.
„Die Frauen sind wie Wasser. Sie wachsen, wenn sie sich treffen.“ So betitelte ein Beitrag der Onlinezeitung Ciranda.net die herausragende Beteiligung der Frauen am panamazonischen Sozialforum im November 2010 in Santarém. „Wir kämpfen weiter für ein besseres Leben“, zitierte eine andere Zeitung ein Lied, das Frauen in Santarém angestimmt hatten. Dank der Unterstützung durch die ASW haben auch Frauen aus sehr abgelegenen Gegenden Amazoniens an dem Treffen teilgenommen und sich dort ausgetauscht, weiterbildet und informiert.
Im August 2011 steht dann der diesjährige ‚Marcha das Margaridas’ an, der Protestmarsch der Landfrauen in die Haupstadt Brasilia. Schon jetzt werden alle Kräfte mobilisiert und Geldgeber gesucht, damit viele Frauen aus vielen Dörfern teilnehmen und in der Hauptstadt ihre Stimme erheben können. Das MMTR – die Bewegung der Landarbeiterinnen im Sertão - kann auch diesmal wieder mit der Unterstützung der ASW rechnen. Und das ebenfalls von der ASW unterstützte feministische Straßentheater LOUCAS hat bereits die Musik für den gemeinsamen Marsch kreiert.
Damit die brasilianischen Frauen auch weiterhin ihre Stimme erheben können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.
| Kennwort: Frauenfonds Brasilien Kenn-Nr.: 6002 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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