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Aktionsgemeinschaft
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Projektinfo 206 / Simbabwe
Die politische und wirtschaftliche Lage in Simbabwe ist unerträglich. Daran hat sich auch nichts geändert, seitdem die Oppositionspartei MDC unter ihrem Führer Morgan Tsvangirai im Februar 2009 einige Posten in der alten Mugabe-Regierung angenommen hat.
Die ASW gehört zu den wenigen Organisationen, die ihre Unterstützung in der seit Jahren desolaten Situation nicht eingestellt haben. Unseren Partnerorganisationen ist es trotz erheblicher Handicaps sehr wohl möglich, sinnvolle Arbeit zu leisten.
Die Nichtregierungsorganisation CEPHAC (siehe PI 190) arbeitet seit 1997 mit HIV-Betroffenen. Sie unterhält ein kleines Büro in Mbizo, einem der Vororte der ehemals pulsierenden Industriestadt Kwekwe. Hier werden Seminare, Treffen und Beratung zur Betreuung von HIV-positiven Menschen und ihren Angehörigen geplant und koordiniert. Etwa 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Simbabwes gelten als infiziert; allerdings hat es in den vergangenen Jahren einen leichten Rückgang der Neuinfektionen gegeben.
Die Behinderungen, denen sich CEPHAC in dem völlig ruinierten Land ausgesetzt sieht, sind zahlreich: Einheimisches Geld ist nichts mehr wert, alles muss in ausländischer Währung bezahlt werden. Dabei sind mindestens vier verschiedene Währungen im Umlauf.
Alle
öffentliche Infrastruktur ist zusammengebrochen. Eine
Gesundheitsversorgung ist so gut wie nicht mehr existent. Nur
Nichtregierungsorganisationen und die Kirchen können dank ausländischer
Finanzierung ihre Arbeit aufrechterhalten.
Es herrscht
Arbeitslosigkeit und Nahrungsmittelknappheit; die Leute leiden Hunger.
Seit fast einem Jahr grassiert die Cholera. Bislang sollen rund 90.000
Menschen erkrankt und mehr als 4.000 gestorben sein. Aber das sind nur
die offiziellen Zahlen.
Fast die Hälfte der Bevölkerung ist bereits aus dem Land geflohen und sucht in den Nachbarstaaten eine Chance zum Überleben. CEPHAC hat seine NRO mittlerweile auch in Swaziland registrieren lassen, um gegebenenfalls eine Zeit lang außerhalb Simbabwes arbeiten zu können.
Auch von Hunger und der Choleraepidemie ist die Arbeit von CEPHAC direkt betroffen: Wenn irgendwo Nahrungsmittelhilfe verteilt wird, müssen sogar Seminare unterbrochen werden. Dazu kommen häufige Abwesenheiten von DozentInnen und TeilnehmerInnen, wenn eine nahestehende Person an Lungenentzündung, Tuberkulose oder Cholera gestorben ist.
Gladys Mabaso, die Koordinatorin, berichtet uns regelmäßig über die Arbeit von CEPHAC in Kwekwe und den Gemeinden im Umland. Freitags treffen sich Unterstützergruppen von Angehörigen und Betroffenen im Zentrum von Mbizo. Die Mitglieder erhalten dort - einzeln oder in der Gruppe - psychologische Beratung sowie Ernährungsberatung. Neuerdings bietet CEPHAC außerdem Workshops an, die über den Schutz vor Cholera informieren. Für HIV-Infizierte ist dieses Wissen besonders wichtig, weil aufgrund geschwächter Abwehrkräfte ihr Risiko, an Cholera zu erkranken, besonders hoch ist.
Nicht weniger bedeutsam ist bei plötzlich auftretenden Erkrankungen infolge der HIV-Infektion sowie bei Todesfällen die Konfliktschlichtung. Häufig werden für diese nämlich andere Menschen verantwortlich gemacht. „Das kann zu schweren Familienkonflikten und Spaltungen der Dorfgemeinschaften führen“, sagt Gladys Mbaso. CEPHAC hat daher in den vergangenen Monaten die Ausbildung von Konfliktschlichtern und Friedensstiftern ausgeweitet.
Frau Mbaso nennt uns ein Beispiel für eine Konfliktbearbeitung aus dem Alltag von CEPHAC:
Ein Paar war ständig krank und verlor zwei Kinder. Die Todesursache war Mann und Frau nicht bekannt. Sie begannen, andere Leute der Hexerei zu bezichtigen. Unsere Friedensstifterin überzeugte sie, sich testen zu lassen - beide waren HIV positiv. Wir berieten sie, wie sie ihr Leben positiv umgestalten können, und sie hörten auf, mit den Fingern auf die Nachbarn zu zeigen und diese der Hexerei zu beschuldigen.
Zusammen mit der psychologischen Beratung, der Gesundheitsberatung und der Choleraprävention trägt die Konfliktmediation dazu bei, dass HIV-Betroffene in der ohnehin schwierigen Situation in Simbabwe nicht auch noch zusätzliche Belastungen ertragen müssen.
Damit CEPHAC diese wichtige Arbeit fortführen kann, bitten wir Sie um Ihre Spende:
| Kennwort: Perspektivenfonds Afrika Kenn-Nr.: 8001 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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