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Aktionsgemeinschaft
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Projektinfo 213 / Indien
„Die Frauen und jungen Mädchen kommen meist direkt zu uns. An die Polizei können sie sich nicht wenden. Die unternimmt nichts. Oder den Frauen droht dort sogar zusätzliche Gewalt. Manchmal werden wir auch selbst aktiv, wenn wir erfahren, dass ein Mädchen über Nacht verheiratet werden soll. Oder dass ein Arbeitsvermittler ganz tolle Arbeitsmöglichkeiten in Aussicht stellt,“ sagt Sangita Devi aus dem Dorf Jarba. Seit acht Jahren ist sie in der „pressure group“ Mashal Dabab Samuh der Nichtregierungsorganisation DARPAN aktiv. Seit drei Jahren ist diese „pressure group“ – eine Art Bürgerinitiative - besonders erfolgreich. Gemeinsam mit Gruppen aus den Nachbarndörfern haben die AktivistInnen bereits über 70 Fälle an die Öffentlichkeit gebracht. Sie verhindern illegale Hochzeiten, Menschenhandel und Misshandlungen von Frauen. Auch gegen andere Benachteiligungen von Frauen setzen sie sich ein. In der Gruppe von Sangita Devi sind jetzt zwölf Frauen und fünf Männer aktiv.
Wenn die Gruppen von einem Fall hören, werden sie sofort aktiv. Sie versuchen in Erfahrung zu bringen, was passiert und holen je nach Bedarf andere Dorfbewohner, den Gemeinderat oder die Presse hinzu.
Die Anfänge waren mühsam. In der Region Hazaribagh im Bundesstaat Jharkhand herrscht schon wenige Kilometer von den Städten entfernt extreme Armut. Es gibt kaum Verkehrsanbindungen, der Staat ist fern, Regierungsbeamte zeigen sich hier fast nie und Menschenrechte sind unbekannt. Aus ganz Indien kommen Menschenhändler in die Region, um „günstig“ Frauen zu kaufen; meist täuschen sie dazu Heiraten vor oder stellen Jobs in weit entfernten Bundesstaaten in Aussicht. Aus Armut und weil sie die für die Verheiratung der Töchter erforderliche Mitgift nicht aufbringen können, sind viele Familien bereit, ihr Kind zu solchen Bedingungen unbekannten Menschen zu überlassen.
Alltäglich sind für DARPAN- MitarbeiterInnen Fälle, die für unsere Ohren fast unglaublich klingen:
Mina Devi stellte direkt nach ihrer Hochzeit fest, dass ihr Ehemann bereits verheiratet war und nur eine billige Arbeitskraft und Gebärmaschine gesucht hatte. Nach kurzer Zeit begannen die Misshandlungen. Direkt nach der Geburt ihres zweiten Kindes entschloss sie sich zur Flucht. Nur mit den eigenen Kleidern auf dem Leib und dem Neugeborenen auf dem Arm kam sie bei ihrer Herkunftsfamilie an. Dort begann sie nun der eigene Bruder zu misshandeln. Für den war sie nur eine zusätzliche Esserin. DARPAN und die Gruppen unterstützen sie bei juristischen Schritten und vermitteln gegenüber dem Bruder. Sie unterstützen Mina Devi auch dabei, sich und ihr Kind zu ernähren, bis eine Lösung gefunden ist.
Die 15-jährige Mallu Devi wurde über Nacht an einen 40 jährigen Mann verheiratet. Als DARPAN erschien, flüchtete der Ehemann. Er konnte gefangen und zur Polizei gebracht werden. Diese weigerte sich jedoch, die Anzeige der Heirat einer Minderjährigen entgegenzunehmen. Die „pressure groups“ umlagerten die Polizeistation so lange, bis die Polizei zur Beweisführung alle Personendaten der Heirat dokumentierte. Auf dieser Grundlage kann DARPAN nun weitere Schritte einleiten.
Da Frauen unter Benachteiligungen am meisten leiden, engagieren sich die Gruppen auch gegen soziale Missstände und Korruption. Als ein Beamter eine Reihe armer Familien um für sie gedachte Vergünstigungen betrog, um diese selbst einzustreichen, protestierte eine DARPAN-Gruppe so lange beim Kreisvertreter, bis dieser gegen den Beamten vorging. In einigen Dörfern haben die Gruppen die Verteilung von vergünstigten Nahrungsmitteln für Arme selbst übernommen.
Da die Gruppen heute eigenständig und erfolgreich agieren, hat DARPAN ihr Arbeitsfeld auf andere Dörfer ausgeweitet. Auch hier sollen Frauen ohne Misshandlungen, ohne Gewalterfahrungen und ohne extreme Benachteiligungen leben können. Gruppen wie die von Sangita Devi werden sie dabei unterstützen.
Spenden Sie, damit DARPAN
auch die neuen „pressure groups“ bei ihrer Arbeit unterstützen kann.
| Kennwort: Frauenfonds Indien Kenn-Nr.: 9090 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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