Start Wir über uns Aktuelle Ausgabe Aktueller Jahresbericht Archiv Projektinfos Brasilien Indien Westafrika Südliches Afrika Projektspenden Abonnement Impressum Homepage der ASW
Sitemap

Projektinfo 203 / Indien

Deccan-Entwicklungsnetzwerk (DDNN), Südindien

Kleinkredite stärken nicht nur einzelne Frauen, sondern auch die Gemeinschaft

Subarani Reddy freut sich immer noch über ihre Entscheidung, in einer Spargruppe mitzumachen. Ihre Familie war schwer verschuldet, als sie diesen Entschluss traf. Die männlichen Familienmitglieder hatten schon aufgeben und wollten nach Hyderabad migrieren. Die Familie bekam von der Spargruppe zwei Kühe und zwei Büffel auf Kreditbasis und konnte innerhalb von zwei Jahren die Altschulden und den neuen Kredit zurückzahlen. Heute verkauft Subarani auf Dorfmärkten Gemüse und hat bereits ein kleines Geschäft aufgemacht. Alles läuft in Absprache mit den anderen Frauen der Gruppe. Denn dass die Frauen sich gegenseitig ausbeuten oder versuchen Monopolstellungen zu erwerben, kommt nicht in Frage. Die gemeinschaftliche Entwicklung steht bei den dem Netzwerk DDNN angeschlossenen Spargruppen immer im Vordergrund.
Das Deccan Entwicklungsnetzwerk (DDNN) begann vor über 15 Jahren mit seiner Arbeit im Deccan-Hochland des südindischen Bundesstaates Andhra Pradesh. Schwere Kasten- und Sozialdiskriminierungen, Verarmung und Verschuldung von Kleinbauern und Tagelöhnern und eine extreme Benachteiligung von Frauen waren die am dringlichsten zu lösenden Probleme der Region. DDNN beschloss, diese auf dem direktesten Weg anzugehen: Das Netzwerk setzte bei den Frauen an und unterstützte diese bei ihrer Selbstorganisierung.
Zu Hilfe kam ein neues Gesetz, das 1995 in Andhra Pradesh in Kraft getreten war. Der "Mutually Aided Cooperative Societies (MACS) Act" gibt Frauen mit geringem Familieneinkommen die Möglichkeit, kleine Summen anzusparen und bei Bedarf an Kredite zu gelangen. Sie müssen sich dafür zu Spargruppen zusammenschließen. Bis zu dem Zeitpunkt war eine reguläre Kreditaufnahme für arme Menschen in Indien völlig undenkbar.

 

Sparen und Kreditnehmen mit Verantwortung

Das Deccan Netzwerk sah neben den Chancen, die dieses Regierungsprogramm für benachteiligte Frauen bot, aber auch Risiken: Einflussreichere Frauen könnten sich in den Spargruppen die für sie vorteilhaften Posten wie die Verwaltung des Kassenbuches sichern. Sie würden dafür sorgen, dass sie als erste einen Kredit erhielten. Mit zunehmender Größe einer Spargruppe würde die Hierarchie wachsen, es bräuchte "Manager", um diese zu leiten.
Das Netzwerk hat diesen Risiken durch demokratische Entscheidungsstrukturen vorgebaut. Das Funktionieren der Spargruppen ist das oberste Ziel. Die Gruppengröße ist auf maximal 15 Personen limitiert, alle Mitglieder müssen an den Entscheidungen partizipieren und diese verstehen. Die Situation jeder einzelnen Sparerin muss allen bekannt sein, nur so können sie gemeinsam die richtige Entscheidung treffen. Und weil die Verantwortungsbereiche der Mitglieder rotieren, bleiben alle aufmerksam und erwerben immer mehr Wissen dazu.

 

Die Entscheidungskompetenz von Frauen ist gewachsen

Vertreterinnnen der einzelnen Spargruppen kommen auch auf Dorf- und Distriktebene zusammen und treffen dort Entscheidungen von großer Reichweite: Statt chemischem soll auf den Feldern nur noch organischer Dünger eingesetzt werden. Die Frauen müssen dann weniger Kredite aufnehmen, denn eine solche Düngung ist nicht nur bodenschonender, sondern auch billiger. Eine effektive Wasserbewirtschaftung soll an die Stelle des Bohrens von Tiefbrunnen treten. Auch das begrenzt die Investitionen.
Insgesamt sind es nun 22.000 Frauen, die sich so zusammengeschlossen haben, in demokratischen Vertretungen, in denen die Ämter rotieren und immer neue Weiterbildungen stattfinden. Das Bildungsniveau von Frauen und Mädchen ist gestiegen. 15 Jahre rotierende Verantwortung haben eine große Basis kenntnisreicher und durchsetzungsfähiger Frauen produziert. In 235 Gemeinden in 15 Kreisen sind sie nun vertreten und ein ernstzunehmender Machtfaktor geworden. Sie haben schon mehrmals Protestveranstaltungen organisiert, um Behörden zur Umsetzung eines Regierungsprogramms zu bringen.
Auch Lakshmi Narsima, eine Frau aus einer etwas wohlhabenderen Familie, hat bereits die Mitgliedschaft in einer DDNN-Spargruppe beantragt: "Hier entstehen wichtige Entwicklungen auf Dorf- und Distriktebene. Da möchte ich dabei sein. Zusammen können wir mehr durchsetzen".
Damit die Frauen bei DDNN ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen können bitten wir um Ihre Spende.

Kennwort: Perspektivenfonds Indien
Kenn-Nr.: 9091

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

IBAN: DE69100205000001250700
BIC/SWIFT: BFSWDE33BER

 


Start ] [ Wir über uns ] [ Aktuelle Ausgabe ] [ Archiv ] [ Projektinfos ] [ Abonnement ] [ Impressum ] [ Druckversion ]