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Frauen am Ball: Anstoß für Frauenrechte

Frauen am Ball: Anstoß für Frauenrechte

Wenn Sie, liebe Leserin oder lieber Leser, diese SW in Ihrem Briefkasten finden, beginnt in Berlin gerade die Frauenfußball-WM. Wir freuen uns, dass die sportlichen Leistungen von Fußballerinnen diesmal mehr mediale Aufmerksamkeit und auch mehr Anerkennung finden werden als in früheren Jahren. "Das wird eine tolle Veranstaltung und die letzten Vorurteile (gegenüber dem Frauenfußball) werden verschwinden", prognostiziert sogar der frühere Männer-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann in einem Interview in der ,Brigitte'.

Nur wenige Frauen dieser Welt allerdings können sich so erfolgreich in Männerdomänen behaupten wie Fußballerinnen. Die ASW nimmt daher die WM zum Anlass, die Situation der Mehrzahl der Frauen weltweit zu thematisieren und fordert zu mehr Engagement für die Frauenrechte auf.

Frauenrechte sind von Feministinnen reformulierte Menschenrechte: Schutz vor männlicher Gewalt ist zum Beispiel ein Frauenrecht – es ergänzt das universale Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit. Auch Frauenquoten oder eine Umverteilung von Ressourcen zugunsten von Frauen sind geschlechtsspezifische Rechte. Weil Frauen oft nicht als vollwertige (Menschen-)Rechtssubjekte akzeptiert sind, fordern Frauenbewegungen dieser Welt ganz grundlegend das Recht der Frau auf Menschenrechte ein.

Mit unserem "Anstoß für Frauenrechte" starten wir im Juli in Deutschland eine Reihe von Veranstaltungen, bei denen Projektpartnerinnen der ASW als Botschafterinnen für die Frauenrechte auftreten. Sie vertreten Frauengruppen aus Senegal, Brasilien und Indien und engagieren sich vor Ort für die Stärkung von Frauen. Wir hoffen sehr, dass wir Sie, liebe Leserinnen und Leser unserer Zeitschrift, zu den Diskussionsabenden in Ihren Städten begrüßen können. Das komplette Programm unser Deutschlandrundreisen und der Public-Viewing-Lounge in Berlin finden Sie auf Seite 12.

Die aktuelle Ausgabe dieser SW gibt Ihnen einige Hintergrundinformationen zu Frauenrechten sowie zu den von uns eingeladenen Organisationen an die Hand. In einem Interview sagt die Soziologin Christa Wichterich, was Frauenbewegungen in Nord und Süd, die seit den frühen 70er Jahren für eine geschlechtergerechte Welt kämpfen, konkret erreicht haben. Sie beantwortet auch die für alle weltoffenen Menschen interessante Frage, was Frauen im Norden heute von engagierten Frauen aus dem Süden lernen können.

Welche Entwicklung Frauen-Selbsthilfegruppen – die Träger einer Empowerment-Strategie – in Indien durchgemacht haben, beschreibt die Koordinatorin des Gender-Referates bei unserer indischen Partnerorganisation ,Centre for World Solidarity' (CWS), Gandhe Sucharita. Sie erläutert auch, welche Schwerpunkte das CWS in seiner Frauenrechtsarbeit gesetzt hat.

Drei Texte schließlich geben einen konkreten Eindruck von der Arbeit der drei im Juli eingeladenen Partnerorganisationen. Die Inderin Devi Kalyani vom ,Centre for World Solidarity' (CWS) arbeitet konkret mit Frauen in den Dörfern des Bundesstaates Orissa zusammen. Auf Seite 8 lesen Sie ein Gespräch mit in Selbsthilfegruppen organisierten Frauen der Region.

Die Senegalesin Awa Fall Diop von ORGENS berichtet auf Seite 10 von ihrer Geschlechterrollen-Analyse währen des Weltsozialforums im Februar 2011 in Dakar. Die ASW finanziert bislang die ORGENS-Programme gegen sexuelle Gewalt gegen Schülerinnen und gegen Geschlechterstereotypen in Schulbüchern.

Und die brasilianische Gewerkschafterin Creuza Maria de Oliveira, die im Juli bei unserem Programm von ihrem Kampf für die Rechte der brasilianischen Hausangestellten berichten wird, stellt ein Text auf Seite 11 vor. Unsere Brasilienreferentin Silke Tribukait hatte im April 2011 in Salvador de Bahia die Gelegenheit, mit ihr zu sprechen.


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