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Aktionsgemeinschaft
Solidarische Welt e.V. Potsdamer Straße 89 10785 Berlin Tel.: 030 - 25 94 08 01 Fax: 030 - 25 94 08 11 Email: mail@aswnet.de |
Projektinfo 213/ Brasilien
Heute reden alle vom Klimawandel. 1992, zur ersten UN-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro, stand man ganz am Anfang. Während Europa noch ein Jahrzehnt brauchte, um die Folgen des Klimawandels anzuerkennen, war der Gipfel in Rio die Geburtstunde des Netzwerkes „Fórum da Amazônia Oriental“, FAOR. 95 Nichtregierungsorganisationen aus dem Umwelt- und Agrarbereich, verschiedene soziale Bewegungen und Selbsthilfegruppen schlossen sich zusammen. Obwohl sie in verschiedenen Bereichen arbeiten, haben sie mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Zunehmende Umweltzerstörungen und Abholzungen gefährden viele Menschen in ihrer Existenz und verschärfen soziale Ungleichgewichte in der brasilianischen Gesellschaft. Nur wenn die vermeintlich Schwachen sich zusammenschließen, können sie stark sein.
Heute vernetzt FAOR 133 Organisationen der Bundesstaaten Pará, Amapá, Maranhão und Tocantins. Es ist die Einheit der Vielfalt, die FAOR stark macht. Unter den Mitgliedern gibt es traditionelle Flussanwohner (Ribeirinhos), Fischer, Indigene, von der Sammelwirtschaft lebende Waldbewohner (Extraktivisten), Nachfahren afrikanischer Sklaven (Quilombolas), landlose Landarbeiter und Kleinbauern sowie Kautschuksammler.
Wie aber funktioniert ein solches Netzwerk in einer Region wie Amazonien mit den weit verstreuten Gemeinden und Städten? Allein zwischen Santarém im westlichen Pará und Belém, der Hauptstadt von Pará an der Mündung des Amazonasbeckens, liegen 1500 km Luftlinie.
FAOR gibt für alle Mitglieder die Monatszeitschrift „Aldeia“ (Dorf/Indianersiedlung) heraus. Auf regelmäßigen Treffen wird die gemeinsame Arbeit abgestimmt und auf Konferenzen werden neue Herausforderungen diskutiert. Auch wenn der persönliche Kontakt unabdingbar ist, gewinnt die Kommunikation über das Internet zunehmend an Bedeutung. Mit Unterstützung der ASW wurde die Internetplattform www.faor.org aufgebaut. Sie wurde schnell zum wichtigsten Informationswerkzeug. Die Mitglieder können in Sekundenschnelle Informationen austauschen, Aktionen organisieren, illegale Holzeinschläge dokumentieren oder Bilder verbreiten. Früher dauerten diese Dinge Tage und es war schwer, schnell zu reagieren oder Widerstand zu organisieren. Heute ist FAOR das Rückgrat der Zivilgesellschaft in Amazonien.
Seit vielen Jahren fördert die ASW die Arbeit von FAOR. Dabei wurden wir insbesondere von der Heidehofstiftung unterstützt. Diese erfolgreiche Förderung soll weiterbestehen und wird in den kommenden Jahren um eine finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erweitert. Gemeinsam mit FAOR hat sich die ASW um diese Förderung bemüht. Quilombola-Gemeinden der vier Bundesstaaten Pará, Amapá, Maranhão und Tocantins sollen gestärkt und engagierte junge Menschen fortgebildet werden. Zukünftige Generationen sollen dadurch ihr bereits gesetzlich verbrieftes Recht auf eigenes Land einfordern und verteidigen können. Staatliche Fördergelder gibt es für diese Bevölkerungsgruppe der Nachfahren ehemaliger Sklaven inzwischen. Ohne offizielle Anerkennung „ihrer“ Gemeinschaft bekommen sie allerdings kein Geld. Oft wissen die Menschen nichts von den Programmen oder können die Unterstützung nicht in Anspruch nehmen. Dieses „nicht wissen“ und „nicht informiert sein“ will FAOR ändern.
Ihre Unterstützung stärkt die Menschen auch zukünftig im Kampf für ihre Rechte und macht FAOR zu einem einflussreichen Netzwerk.
| Kennwort: Umweltfonds Brasilien Kenn-Nr.: 6003 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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