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Aktionsgemeinschaft
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Projektinfo 207 / Indien
Seit Jahrhunderten schon leben die Dongaria-Kondh in den Niyamgiri Hills von Orissa. Weitgehend zurückgezogen siedeln sie in den Wäldern, sammeln Früchte, bauen auf kleinen Feldern Hirse an und verkaufen einen Teil ihrer Sammelprodukte. Diese Wirtschaftsweise funktioniert auf einem sehr bescheidenen Niveau. Die Fußmärsche zu den Märkten sind lang, und weniger als fünf Prozent der Erwachsenen können lesen und schreiben. Aber die Dongaria Kondh konnten bis heute selbstbestimmt in kleinen Gemeinschaften leben.
„Wir haben Bananen, süße Wurzeln und alle Arten von Früchten. Warum sollten wir Niyamgiri verlassen?“
Seit 1983 werden sie von der ASW-Partnerorganisation FARR (Friends Association for Rural Reconstruction) dabei unterstützt, ihre Existenz noch mehr abzusichern. FARR ist in 28 Dörfern der Region aktiv, setzt sich für die Rechte der Dongaria ein, unterstützt diese bei der Vermarktung ihrer Produkte und bietet Gesundheitsworkshops an.
Doch jetzt sind die Dongaria akut bedroht. Der britische Konzern Vedanta zerstört die letzten Reste ihres Siedlungsgebietes und den für sie heiligen Berg Niyamgiri. Vedanta betreibt seit 2008 am Fuß des Niyamgiri eine Aluminium-Raffinerie. Ihr hatten hunderte Adivasi-Familien weichen müssen – ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht und die Bewohner zwangsumgesiedelt. In den neu errichteten Umsiedlerkolonien leben sie in Betonhäusern und ohne Auskommen. Eine neue Bauxit-Mine soll jetzt auf dem Gipfel des Bergs entstehen. Sie soll die Raffinerie künftig aus nächster Nähe mit dem Aluminium-Rohstoff beliefern, der bislang aus anderen indischen Bundesstaaten beschafft werden musste.
Ein Abfallprodukt der Raffinerie ist der giftige Rotschlamm, der das Grundwasser verseucht, das Land unfruchtbar macht, Hautkrankheiten hervorruft und das Vieh tötet. Mehr als hundert Adivasi haben seit der Eröffnung der Raffinerie bislang unbekannte Krankheitssymptome.
„Unsere Früchte wachsen nicht mehr. Und es gibt jetzt neue Krankheiten. Sogar die Rinder sterben, wenn sie auf den Weiden gegrast haben“.
Die geplante Bauxit-Mine in Tagebau wird nicht nur direkt den Berg Niyamgiri und seine Wälder zerstören. Weil Bauxit wie ein Schwamm die Niederschläge des Monsuns aufnimmt und über das ganze Jahr an die Wasserläufe abgibt, wird sein Fehlen zu Sturzbächen und schließlich zur Wüstenbildung führen. Die Abholzung der Wälder für Zufahrtsstraßen wird das Problem noch verschärfen.
Die Menschen haben begonnen, sich gegen die Zerstörung ihres Heiligtums und gegen ihre Vertreibung zu wehren. Sie leisten Widerstand gegen Vedanta und werden dabei von NGOs und Umweltschützern unterstützt. Im Januar bildeten mehr als 10.000 Adivasi eine kilometerlange Menschenkette um die Niyamgiri Hills. Bereits im August 2008 hatten sie die Zufahrtstraßen zum Berg für die Fahrzeuge von Vedanta blockiert.
„Wenn wir den Berg verlieren, verlieren wir unsere Seele. Niyamgiri ist unsere Seele.“
„Wir werden mit Waffen kämpfen und jeden der kommt vertreiben“
FARR hat die Dongaria durch Workshops über Adivasi-Rechte für diesen Kampf gestärkt. Die Bewohner von Niyamgiri wissen heute, dass die indische Verfassung Adivasi in registrierten Gebieten (Scheduled Areas) unter Schutz stellt. Dass Landübertragungen an Nicht-Adivasi in diesen Gebieten verboten sind. Und dass die von den Adivasi-Gemeinschaften gewählten Dorfräte befugt sind, hier die letzte Entscheidung zu treffen.
Im Fall des aktuellen Minenprojektes ist die gesetzlich vorgeschriebene Einbeziehung der Adivasi nicht erfolgt.
Auch wenn aktuell der Widerstand gegen Vedanta das Dringlichste ist, läuft die langfristige Arbeit von FARR in den Dongaria-Dörfern weiter. Workshops zu Waldschutz, Gesundheitsversorgung, Einkommensalternativen, Nahrungssicherheit und die Bildung von Frauenselbsthilfegruppen sind Bestandteile dieser Unterstützung der in vieler Hinsicht benachteiligten Adivasi.
Unterstützen Sie FARR und die Dongaria Kondh im Kampf um ihr Überleben in den Niyamgiri Hills.
| Kennwort: Umweltfonds Indien Kenn-Nr.: 9080 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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*Das Zitat und alle weiteren sind dem Film „Tribal Survival. The Dongria Kondh“ entnommen.
Im Film kommen Menschen aus Dorfgemeinschaften zu Wort, die von der ASW über FARR unterstützt werden. Die meisten O-Töne stammen vom Stammesvorstand Dodi Pusika.
Siehe http://de.truveo.com/tribal-survival-the-Dongria-kondh/id/2827824673
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