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Aktionsgemeinschaft
Solidarische Welt e.V. Potsdamer Straße 89 10785 Berlin Tel.: 030 - 25 94 08 01 Fax: 030 - 25 94 08 11 Email: mail@aswnet.de |

Welches sind die größten Probleme einer Hausangestellten?
Es gibt viele Probleme, vor allem die Isolation und die Unsichtbarkeit der Hausangestellten. Trotz ihrer hohen Zahl wird ihre Tätigkeit noch immer nicht von der brasilianischen Gesellschaft wahrgenommen und anerkannt.
Wie können diese Frauen ihre Rechte einfordern, wenn sie nicht wahrgenommen werden?
Es geht darum, sich zu organisieren, um wahrgenommen zu werden. Wir sind seit mehr als 70 Jahren gewerkschaftlich organisiert in diesem Bereich. Zurzeit gibt es zirka 40 Gewerkschaften in Brasilien, die sich sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene treffen. Um unseren Kampf sichtbarer zu machen stehen wir in Kontakt mit anderen Gewerkschaften und Frauenbewegungen.
Was macht FENATRAD, um die Frauen zu stärken?
FENATRAD ist der nationale Dachverband, dem 35 lokale Gewerkschaften angehören. Mit Unterstützung von Organisationen wie der ASW können wir regelmäßige Treffen und Bildungsprogramme durchführen. Bei Workshops lernen Frauen - immerhin sind 97 Prozent der Hausangestellten Frauen – wie sie vor Publikum auftreten. Das steigert auch ihr Selbstbewusstsein.Wir nutzen viele Wege, um die isoliert voneinander arbeitenden Hausangestellten zu erreichen. Wir verteilen Flyer an Bushaltestellen, an Abendschulen und dort, wo Hausangestellte ihre Freizeit verbringen. Das Radio ist auch ein ganz wichtiges Medium, denn während der Hausarbeit hören viele Frauen Radio. Dadurch erreichen wir viele Hausangestellte.
Welche Erfolge gibt es im Einsatz für Hausangestellte in Brasilien?
Wir haben wichtige Fortschritte gemacht. Seit über 36 Jahre haben Hausangestellte das Recht auf einen Arbeitsvertrag und Rente. Seit 1988 haben sie ein Recht auf geregelte Arbeitszeiten, Mindestlohn, Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub und einen wöchentlichen arbeitsfreien Tag sowie 120 Tage Mutterschutz. Außerdem darf die Hausangestellte wegen einer Schwangerschaft nicht entlassen werden, was früher oft der Fall war. Nach 30 Jahren Hausarbeit kann sie in Rente gehen.
Können diese Rechte auch in die Praxis umgesetzt werden?
Tatsächlich ist die Kluft sehr groß, vor allem, weil es keine Kontrollmöglichkeiten in privaten Haushalten gibt. Von 8 Millionen Hausangestellten haben nur 2,5 Millionen einen Arbeitsvertrag. Das hat aber auch mit der geringen eigenen Wertschätzung der Hausangestellten zu tun. Viele Frauen schämen sich für ihre Tätigkeit und wollen gar keinen Vertrag. Davon profitieren die Arbeitgeber und stellen keinen Vertrag aus. Deswegen ist es so wichtig, dass die Gewerkschaften den Hausangestellten vermitteln, dass ihre Arbeit einen Wert hat.
Sie sind auch Mitglied einer Kommission, die innerhalb der ILO an der Konvention "Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte" gearbeitet hat, die am 16. Juni verabschiedet wurde. Wie ist dieser Prozess abgelaufen?
Der Prozess begann im Jahr 1995, als FENATRAD sich mit der Frage der Kinder- und Jugendarbeit beschäftigte und Kontakt zur ILO aufnahm. Laut einer Studie der ILO gab es zu diesem Zeitpunkt in Brasilien über 500 000 Mädchen zwischen 5 und 17 Jahren, die in Haushalten arbeiteten. Dabei konnten wir auf die prekäre Situation der Hausangestellten weltweit aufmerksam machen. Nach jahrelangen Diskussionen und Entwürfen ist endlich eine spezielle Konvention für Hausangestellte verabschiedet worden. Das ist ein Erfolg für uns und die ILO, als Sprachrohr aller Arbeitnehmer weltweit. Die große Herausforderung besteht jetzt darin, dass die einzelnen Länder diese Konvention ratifizieren. Allein in Brasilien gibt es viele Abgeordnete und Senatoren im Kongress, die gegen eine Ratifizierung sind. Für diesen Prozess brauchen wir weiterhin viel Unterstützung!
Bitte unterstützen Sie FENATRAD beim Einsatz für die Rechte der Hausangestellten mit Ihrer Spende.
| Kennwort: Frauenfonds Brasilien Kenn-Nr.: 6002 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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