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Projektinfo 203 / Senegal

ENDA-GRAF, Senegal :Bessere Gesundheit durch Stärkung der Solidarität :

"Wenn in der Regenzeit hier Wasserlachen stehen, ist es besonders schlimm", sagt Mamadou N`Diaye. "Dann haben wir bei den Kindern nicht nur die üblichen Durchfallerkrankungen, sondern auch Malaria."
N`Diaye ist Koordinator der Gruppe ENDA GRAF, die in den Problemstädten Guédiawaye und Pikine vor allem Frauen bei der Selbstorganisation und beim Aufbau selbstverwalteter Krankenkassen unterstützt. ENDA GRAF wird seit Mitte der 80er Jahre von der ASW gefördert.

Wer die beiden Städte vor den Toren Dakars bereist, sieht sofort, wie notwendig die Arbeit von ENDA GRAF ist: Die Menschen drängen sich auf staubigen Plätzen und sandigen Gassen zwischen garagenartigen Behausungen und Lehmhäusern. Hühner und Ziegen wühlen im Müll, abgemagerte Pferde ziehen Karren, die Menschen, Gemüse und Autoteile transportieren.
Guédiawaye und Pikine sind in den vergangenen Jahren rapide gewachsen. Vor allem Landbewohner, die keine Perspektive mehr hatten, haben sich hier angesiedelt.
Eine städtische Infrastruktur gibt es nur in Ansätzen. Das Müllproblem ist ungelöst und es gibt keine zufriedenstellende Gesundheitsversorgung. Dazu kommen die für eine Armensiedlung typischen sozialen Probleme.
"Zunächst mussten wir dafür sorgen, dass die Menschen sich irgendwie mit anderen zusammenschlossen und Netzwerke aufbauten, um ihre Probleme gemeinsam zu lösen", sagt Mamadou N`Diaye. Denn die Bevölkerung ist aus Landflüchtigen aus allen Landesteilen zusammengewürfelt und es gibt keinen Zusammenhalt wie auf den Dörfern.

Auf der Basis der Netzwerke entstanden die selbstorganisierten Gesundheitskassen. Sie sind wichtig, weil sich die armen Bewohner Guédiawayes und Pikines die kostenpflichtige Behandlung in den staatlichen Gesundheitsposten nicht leisten können. Oft gehen sie selbst dann nicht zum Arzt, wenn ein Kind akut an Malaria erkrankt oder schweren Durchfall hat.

 

Krankenkassen in Selbstorganisation

Träger einer selbstorganisierten Kasse ist jeweils eine Gesundheitsgruppe von zehn Frauen. Die Frauen kennen sich und vertrauen einander. Jede Frau zahlt für jedes ihrer Familienmitglieder einen Monatbeitrag von 200 CFA (30 Eurocent) ein. Dafür bekommen Mitglieder im Krankheitsfall die Hälfte der Kosten für Untersuchung und Medikamente aus der Kasse bezahlt. Diese Selbstbeteiligung ist tragbar, weil die Gesundheitsgruppen mit einzelnen Gesundheitsposten Verträge geschlossen haben: Eine Behandlung, die im Normalfall 1.000 CFA kosten würde, bekommen Mitglieder der Gruppe für 500 CFA. Und wenn dann die Hälfte aus der Kasse zugeschossen wird, zahlt der/die Kranke nur 250 CFA. Es ist also nicht nur der Monatsbeitrag, der eine Person ‚versichert', sondern auch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe.
Die Existenz dieser Gruppen lässt außerdem die Korruption bei den Gesundheitsposten zurückgehen: Durch die Mitgliedschaft erhält der/die Kranke ein Anrecht auf eine Behandlung und muss niemanden bestechen.
Frauen profitieren in einer besonderen Weise von den Gesundheitsgruppen. In den Familien haben meist die Männer das Sagen, doch Frauen sind traditionell für Gesundheitsfragen verantwortlich. Dadurch, dass diese sich jetzt außer Haus mit anderen Frauen versammeln und effektiv etwas erreichen, erlangen sie auch in der Familie mehr Entscheidungskompetenz.

 

Verbesserungen werden sichtbar

Durch das inzwischen mehrjährige Bestehen der Gesundheitskassen sind die Leute jetzt sehr viel eher bereit, einen Gesundheitsposten aufzusuchen. Sie warten im Krankheitsfall nicht mehr bis zur letzten Minute. Ebenso gibt es weniger Selbstmedikation mit zweifelhaften, am Straßenrand erstandenen Medikamente. Und Therapien werden jetzt eher zu Ende geführt, während Kranke früher aus Geldnot oft nur einen Teil der verschriebenen Präparate kauften.
Als nächsten Schritt plant ENDA, Netzwerke auch für schwerere Krankheitsfälle aufzubauen. Dazu könnten sich etwa sieben Gesundheitsgruppen zusammen tun. Bei einer solchen Größenordnung können auch Krankenhausbehandlungen finanziert werden. Das würde die Solidarität der Gruppen untereinander noch stärken: Wenn eine in die Situation käme, nicht zahlen zu können, würde eine andere einspringen.
Damit ENDA-GRAF diese wichtige Arbeit in den Armensiedlungen fortsetzen kann, bitten wir um Ihre Spende.

Kennwort: Perspektivenfonds Afrika
Kenn-Nr.: 8001

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

IBAN: DE69100205000001250700
BIC/SWIFT: BFSWDE33BER

 


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