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Projektinfo 210/ Senegal:

Mit Honigbienen die Biodiversität schützen

Besuch beim INTERMONDES-Bienenprojekt in der Casamance

Stolz schreitet der alte Khalifa Sané auf einen großen Neem-Baum zu, in dessen Geäst mehrere Bienenkörbe hängen. „Das sind die verbesserten Körbe aus Palmfasern“, erklärt uns Sané. Dann weist er auf zwei Holzkisten unten am Stamm. „Das sind neue Bienenkisten, die uns die größten Verbesserungen gebracht haben.“

Sané ist der Sprecher von rund 30 Bienenhaltern und 20 Herstellerinnen von Bienenwachskerzen im Süden des Senegal, die seit 2008 von der ASW über die Partnerorganisation  INTERMONDES bei der Umstellung auf eine nachhaltige Honiggewinnung unterstützt werden. Im Februar 2010 haben wir zusammen mit dem INTERMONDES-Koordinator Mamadou Ndiaye dieses innovative Projekt in Mayor in der Region Kolda in der Casamance besucht.

In der gesamten Region wird traditionell Honig gewonnen. Die Bienenhaltung ist vor allem ein Handwerk älterer Männer, die sich so ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften. Die einfachen traditionellen Techniken haben jedoch erhebliche Nachteile. Selbstgebastelte Bienenkörbe aus frischem Stroh, mit Viehdung verputzt, werden hoch in die Bäume gehängt und zur Ernte angezündet, um die Bienen auszuräuchern. Dabei entsteht so manches Buschfeuer; Bienenvölker werden zerstört und der Ertrag ist gering.

Höhere Erträge und mehr Umweltschutz

Schon mit einer anderen Flechttechnik lassen sich die traditionellen Bienenkörbe so verbessern, dass auf das Ausräuchern und die Verwendung von Viehdung verzichtet werden kann. Damit verbessert sich die Qualität des Honigs sprunghaft. Noch besser bewährt haben sich aus Holz gezimmerte oder aus Zement gefertigte Bienenkisten. Mit ihnen erzielen die Imker die besten Erträge. Weil sie auf dem Boden stehen sind sie leicht handhabbar. So können auch Frauen und interessierte junge Leute in die Bienenhaltung einbezogen werden.

INTERMONDES führte handwerklich erfahrene Bienenhalter in die Herstellung der Zementkisten ein. Zudem wurden Aufklärungskampagnen zur Prävention von Buschfeuer durchgeführt und die Bienenhalter in das Waldmanagement einbezogen. Wiederaufforstung und Schutz von 300 Hektar Wald gegen Buschfeuer durch die Anlage von Feuerschneisen gehören zum Projektinhalt.

Den Bienenhaltern wird deutlich, dass eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sich auch ökonomisch auszahlt und dass Bienenhaltung und Erhalt der Biodiversität ineinandergreifen. Der Fortbestand der lokalen Pflanzenvielfalt hängt direkt von der Bestäubung durch Insekten, vor allem durch Bienen, ab. Deren Überleben ist durch das Ausdünnen der Pflanzendecke, das Verschwinden zahlreicher Arten und den Gebrauch von Pestiziden und Herbiziden bedroht.

Vermarktungshilfe und Honigkerzen

Die neuen Bienenkästen bringen bis zu 25 kg Honig an Ertrag, gut viermal soviel, wie sich mit den traditionellen Flechtkörben erzielen ließ. Außerdem lässt sich der Honig aufgrund seiner hohen Qualität zu einem guten Preis verkaufen. Bis zu 80 € Nebeneinkommen pro Jahr kann ein Bauer durch die neue Art der Bienenhaltung erzielen.

Die Vermarktung kann allerdings noch verbessert werden. Daher organisierte INTERMONDES Schulungen und regelmäßige Treffen der Bienenhalter. Danach begannen diese mit dem Honigverkauf in nahe gelegenen Orten. Damit Frauengruppen den Honig auch in Dakar vermarkten können, stellt INTERMONDES Startkapital zur Verfügung. Und zur Verbesserung von Hygiene und Qualität errichtete die Organisation in einem geschlossenen Raum eine Honig-Abfüllstation mit Honigschleuder und einem Packtisch, wo der Honig in Gläser abgefüllt wird.

Mit der Herstellung von Bienenwachskerzen erzielen die Frauen ein zusätzliches Einkommen. Die Kerzen werden zudem in den Haushalten zur Beleuchtung verwendet und sind eine Alternative zur Petroleumlampe.

Nach dem Besuch der Bienenkörbe im Wald und nach dem Gang durch die Abfüllstation sitzen wir noch zum gemeinsamen Mittagessen mit einer Gruppe von Männern und Frauen zusammen. Khalifa Sané, der örtliche Koordinator des Bienenprojektes, freut sich über unsere Anerkennung. Dass heute so viele Bienenhalter in und um Kolda von der nachhaltigen Honiggewinnung überzeugt sind, ist für ihn der größte Erfolg der gemeinsamen Arbeit.

Bitte unterstützen Sie das für Mensch und Umwelt wichtige Bienenprojekt von INTERMONDES. 

Kennwort: Umweltfonds Afrika
Kenn-Nr.: 8003

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

IBAN: DE69100205000001250700
BIC/SWIFT: BFSWDE33BER

 


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