![]() |
Aktionsgemeinschaft
Solidarische Welt e.V. Potsdamer Straße 89 10785 Berlin Tel.: 030 - 25 94 08 01 Fax: 030 - 25 94 08 11 Email: mail@aswnet.de |
Tobias Zollenkopf: Du bist schon seit längerer Zeit mit der ASW verbunden. Wann und wie bist Du auf uns aufmerksam geworden?
Antje Bechtloff: Als ich 1968 in Chennay, damals Madras, lebte, lernte ich Ellen Sharma kennen, die eine Schule für Waisenkinder gegründet hatte. Sie und ihr Mann halfen uns, mehr von Indien zu verstehen und wir waren ganz sicher, dass eine Spende für die "Children's Garden School" da ankommen würde, wo sie hingehörte. So übernahmen wir damals eine Patenschaft für ein Kind. Das lief über ASW, was uns aber, ehrlich gesagt, nicht sonderlich interessierte.
Was ist für dich heute das Besondere an der ASW?
Am Ende unseres Aufenthaltes in Indien begann die ASW von den Patenschaften auf Projektunterstützung umzustellen. Ellen Sharma war darüber sehr erbost. Wir verstanden ihren Standpunkt sehr gut. Aber eigentlich waren wir auch froh über die neue Perspektive. Das Schrecklichste waren immer die "Bedankemichbriefe" der Kinder und das damit verbundene Gefühl, die müssen nun ewig dankbar sein. Im Laufe der Zeit haben wir uns intensiv mit Entwicklungshilfekonzepten beschäftigt. Nach allem, was wir in Indien gesehen hatten, schien uns das ASW-Konzept am schlüssigsten zu sein: Ausschließliche Unterstützung von Projekten, die von InderInnen für InderInnen vor Ort durchgeführt wurden, zeitliche Begrenzung der Unterstützung, regelmäßige Informationen.
Wie ging es nach den Patenschaften mit deinen Aktivitäten weiter?
Durch die eigenen Lebensumstände gab es dann wirklich nur noch den Spenderkontakt. Andererseits waren die regelmäßigen Nachrichten von der ASW immer auch ein Stachel im Fleisch. Aber erst 2004 hab ich dann wieder direkt Kontakt zur ASW aufgenommen, weil eine neue private Indienreise anstand. Die Besuche bei zwei Gruppen, die mit Unberührbaren arbeiten, haben uns sehr beeindruckt. Kurz nach dem Tsunami haben wir Mrs. Bimla, die Koordinatorin der Frauengruppe EKTA, besucht. Ihre Berichte über den Umgang mit den Tsunamiopfern und die Verteilung der Spendengelder haben bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Danach ist der Kontakt mit der ASW nicht mehr abgebrochen.
Was waren für dich besondere Momente in den letzten Jahren, was hat dich da am meisten bewegt?
2007 flatterte die Ankündigung der ASW- SpenderInnenreise nach Indien ins Haus. Ich schrieb einen Tag später: Wir fahren mit - bedingungslos. Auf dieser Reise lernten wir noch mal ein ganz anderes Indien kennen. Ich habe viel gefilmt und daraus anschließend einen Film gemacht. Den ich dann vor allem dazu eingesetzt habe, um Spenden zu sammeln. Ich hab ihn an alle FreundInnen und Bekannte geschickt, Leute zu uns eingeladen, neue Kontakte geknüpft. Wenn man Spenden haben will, dann muss man die Menschen direkt ansprechen, ihnen eigene Erfahrungen mitteilen, sie "mitnehmen". Die eigene Überzeugung kann man am besten direkt weitergeben. Irgendwann steht man dann für etwas. Neulich sagte mir jemand in einem ganz anderen Zusammenhang: "Tu doch dein Honorar in deine ASW-Kasse."
Für eine solidarische Welt aktiv zu sein, heißt, dass am Ende Spenden gesammelt werden?
Ehrlich gesagt - an eine "solidarische Welt" glaube ich nicht. Das ist zu groß, zu "unübersichtlich"! Aber ich weiß, dass man in überschaubaren Bereichen etwas tun kann. Deshalb möchte ich eigentlich ein bisschen mehr tun als einfach spenden. Als Krishnammal im Mai in Dortmund war, hab ich ein bisschen Werbung für die Veranstaltung gemacht. Keine Freundin, kein Freund wurde ausgelassen. Das hat sich gelohnt. Ich glaube es wäre noch effektiver gewesen, wenn es eine Art Netz der ASW-Spender in der Gegend gäbe, mit denen man Kontakt aufnehmen und gemeinsam werben könnte.
Welche Unterstützung wünschst du dir denn von der ASW?
Die ASW könnte so ein Netz herstellen, was die einzelnen daraus machen, ist ihre Sache. Wir in den verschiedenen Regionen könnten dann bei der Organisation von Veranstaltungen helfen, uns bei eigenen Veranstaltungen gegenseitig unterstützen, auch neue Ideen entwickeln. Ich denke z.B. an Projektwochen an Schulen - natürlich muss man dazu in der Schule verankert sein. Ich glaube vor allem, dass die ASW an Jüngere herankommen muss. Zu denen gehöre ich nun nicht mehr, aber vielleicht kann ich etwas zu solchen Kontakten beitragen.
AKTIV werden in Dortmund - Sind Sie dabei???
Für die Gründung einer ASW- Regionalgruppe in Dortmund möchte Antje Bechtloff gerne im Februar 2010 Interessierte MitstreiterInnen zu einem ersten Informationstreffen einladen. Wenn Sie Lust haben, gemeinsam mit anderen aktiv zu werden und aus der Dortmunder Region kommen, melden Sie sich bitte in der ASW-Geschäftstelle, damit wir Ihnen eine Einladung für das Treffen zuschicken können. Kontakt: Tobias.Zollenkopf@aswnet.de oder telefonisch 0302594008-09. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
[ Start ] [ Wir über uns ] [ Aktuelle Ausgabe ] [ Archiv ] [ Projektinfos ] [ Abonnement ] [ Impressum ] [ Druckversion ]