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Aktionsgemeinschaft
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ASW: Wie hängt der Einsatz Ihrer Organisation für die Menschenrechte von kastenlosen Bauern mit Ernährungssicherheit zusammen?
Krishnammal Jagannathan: Ich glaube fest daran, dass Ernährungssicherheit niemals erreicht werden kann, wenn sich das Land zur Nahrungsproduktion nicht in den Händen der Armen, Marginalisierten und eigentlichen Bearbeiter des Landes befindet. Deshalb konzentriert sich LAFTI darauf, die Armen auf dem Land zu befreien und ihnen nachhaltige Nahrungssicherheit zu ermöglichen, indem sie BesitzerInnen des Landes werden.
Sie haben es geschafft, dass 13.000 Familien in Ihrer Region einen Acre (rund 0,4 Hektar) Ackerland erwerben konnten. Ist ein Acre genug, um die Familien vor dem Hunger zu bewahren?
Normalerweise reicht ein Acre Ackerland nicht aus, um eine Familie zu ernähren. Aber unsere Gegend liegt im Kaveri-Flussdelta in Tamil Nadu. Der Kaveri führt das ganze Jahr über Wasser. Die Familien können, durch Fruchtfolge von Getreide und Hülsenfrüchten, problemlos drei Saaten in einem Jahr ausbringen. Die meisten erwirtschaften sogar einen Überschuss, den sie auf lokalen Märkten verkaufen können. Von dem Erlös erwerben sie eine Milchkuh oder eine Ziege und verbessern mit der Milch ihre Ernährung. Andere Familien haben noch mehr Land dazu gekauft und sind dadurch unabhängiger geworden.
Was bauen die BäuerInnen an?
Die Farmer bauen Reis und Hülsenfrüchte an. Zum Beispiel Dals, das sind Bohnen, Erbsen und Linsen, und manchmal Trockenhirse oder Gemüse.
Und welche Produkte werden vornehmlich verkauft?
Vor allem Reishalme oder Reis. LAFTI-Teams helfen den BäuerInnen dabei, besonders beim Marketing, damit sie einen guten Preis für ihre Produkte bekommen.
Wie sieht es mit Ernährungssouveränität aus? Bezieht sich LAFTI auf dieses Konzept, so wie andere ASW-Partner in Indien?
Auf jeden Fall! Der Name von LAFTI, Land for the Tillers’ Freedom (Land für die Freiheit der Landarbeiter), bezieht sich auf das Recht der Bauern und Bäuerinnen auf ihr eigenes Land. Dieser Ansatz zieht fundamentale Veränderungen nach sich. Landlose mussten früher von 5.30 Uhr am Morgen bis 18.30 Uhr abends arbeiten, wortwörtlich vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. Sie arbeiteten zwangsweise auf den Farmen der Landbesitzer. Sie warteten jeden Tag geduldig bis 20.30 Uhr, um ihre kärglichen Tageslöhne zu erhalten. Diese Sklaverei wurde von LAFTI abgeschafft, indem Land für die Bauern und Bäuerinnen zur Verfügung gestellt wurde, um sie aus den Klauen der Landlords zu befreien. Ich fühle ganz stark, dass Bauern und Bäuerinnen Souveränität über ihr Land brauchen, so wie Nationen Souveränität besitzen. Und nur das kann das Leben der ländlichen Armen fundamental verändern.
Frauen sind besonders wichtig, um die ländliche Entwicklung voranzutreiben. Erhalten sie von LAFTI auch Besitztitel über das erworbene Land?
Ja, natürlich. Besitz ist in den Händen der Frauen sicherer. Besonders im ländlichen Indien, wo Alkoholismus unter den Männern zügellos wuchert… Wenn die Landtitel auf den Namen der Frau ausgestellt werden, ist nicht nur der Besitz sicherer, sondern diese Frauen können bei wirtschaftlichen Entscheidungen in der Familie auch besser mitreden.
Was hat die Arbeit von LAFTI bisher bewirkt?
Neulich kam ein Mann aus einer LAFTI-Partnerfamilie zu mir und lud mich zu einer Hochzeit ein. In der Hochzeitseinladung nannte er sich selbst stolz „Landbesitzer“. Die Familie hatte mit Hilfe von LAFTI einen Acre Land erhalten und der Mann hat später einen weiteren Acre Land erworben. Nun kann er die Hochzeit seiner Tochter durchführen, ohne sich zu verschulden. Das ist eine fantastische soziale und ökonomische Umwälzung. Das ist genau das, wovor sich die Landlords gefürchtet hatten. Sie wollten die landlosen Armen niemals LandbesitzerInnen werden lassen und sie befreit sehen.
Jetzt, dank der Anstrengungen von LAFTI-Teams und der Kraft der Menschen in unserer Region geschieht eine stille soziale und ökonomische Transformation. Dieser Prozess ist unumkehrbar.
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