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Aktionsgemeinschaft
Solidarische Welt e.V. Potsdamer Straße 89 10785 Berlin Tel.: 030 - 25 94 08 01 Fax: 030 - 25 94 08 11 Email: mail@aswnet.de |
Die Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW) gratuliert ihrem Projektpartner LAFTI und insbesondere seinem Gründerehepaar Krishnammal und Sankaralingam Jagannathan zum Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award). Die Jagannathans werden für ihr Lebenswerk geehrt. Sie haben das Vermächtnis von Mahatma Gandhi und seine gewaltfreien Methoden zur Befreiung der Ärmsten der Armen aus Schuldknechtschaft und Ausbeutung weitergeführt. Die ASW unterstützte die Arbeit von LAFTI bereits in den frühen 70er Jahren. Aktuell arbeiten wir im Rahmen von Tsunami-Rehabilitationsprojekten mit der Organisation zusammen.
Nach einer Auseinandersetzung zwischen Tagelöhnern und Großgrundbesitzern um höhere Löhne wurden Weihnachten 1968 bei einem Massaker 42 Dalit-Frauen und -kinder umgebracht. Das war der Anlass für das Ehepaar K. und S. Jagannathan, in die Region Nagapattinam im Bundesstaat Tamil Nadu zu ziehen und zusammen mit den Opfern des Systems von Ausbeutung und Unterdrückung für ihre Rechte und für ein besseres Leben frei von Hunger und Krankheit zu kämpfen.
Ihre Bewegung gibt es seit 1982 unter dem Namen LAFTI, Land für die
‚Tillers', die Landarbeiter ohne Land. Im Zentrum der Aktivitäten
stehen weiterhin Dalits, für die der Zugang zu Land ein entscheidender
erster Schritt zur Verbesserung ihrer Lebenssituation ist. Als Tagelöhner
sind sie nicht nur völlig abhängig von einer schlecht bezahlten
Arbeit, die es nur für drei bis vier Monate während der Ernte gibt,
sondern auch den Launen ihrer höherkastigen Arbeitgeber auf Gedeih und
Verderb ausgeliefert.
14 000 Familien haben inzwischen Land zur eigenen Verfügung erhalten.
Sie haben sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen, Frauenräte gebildet
und fünf Peace-Zentren aufgebaut. Sie organisieren den gemeinsamen Bau
fester Häuser und neuer Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der
Landwirtschaft, kämpfen gegen die Shrimpsfarmen, durch die ihr Land und
ihr Trinkwasser durch Versalzung unbrauchbar wird, errichten Schulen, organisieren
Workshops für die Erwachsenen, unterstützen Opfer des Tsunami beim
Wiederaufbau von Häusern und der Rekultivierung von Land,
Aktuell gibt es LAFTI in 217 Dörfern Tamil Nadus, von denen 46 vom Tsunami
betroffen waren
Auch 60 Jahre nach Abschaffung der Unberührbarkeit durch die indische Verfassung ist diese Solidarisierung mit den Dalits, den Unberührbaren, eine kleine Revolution. Noch immer ist die Diskriminierung dieser extrem benachteiligten Gruppe durch höherkastige Menschen Alltag - in allen Teilen des Subkontients.
Wir, die ASW, sind ein wenig stolz darauf, dass wir die Gruppe bereits in den 70er Jahren unterstützt und damit dazu beigetragen haben, dass diese sich 1982 als LAFTI konstituieren konnte. In beigefügtem Kasten dokumentieren wir Auszüge aus einem Bericht des früheren ASW-Geschäftsführer Hans-Martin Schwarz von einem Besuch bei der Gruppe im Jahr 1972. Der Bericht ist in der ‚Solidarische Welt' erschienen.
Der Glanz des Alternativen Nobelpreises fällt auf das Ehepaar Jaganathan, auf die vielen Menschen, die LAFTI die ganzen Jahre über aufgebaut haben und auch auf die vielen Spender, u. a. die der ASW, die diese Erfolge in dieser Größenordnung erst möglich gemacht haben. Ihnen allen herzlichen Dank!
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