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Projektinfo 205 / Indien

Erfolge anschieben und feiern

Der alternative Nobelpreis für LAFTI, Indien, bestätigt das ASW-Förderkonzept

Im Dezember 2008 wurde unsere indische Partnerorganisation LAFTI (Land für ‚Tillers' - Landarbeiter ohne Land) mit dem "alternativen Nobelpreis" der schwedischen Right Livelihood Award-Stiftung ausgezeichnet. Die Gründer von LAFTI, das Ehepaar Krishnammal Jagannathan and Sankaralingam Jagannathan, haben sich seit einem halben Jahrhundert erfolgreich für die Belange indischer Kastenloser eingesetzt. Sie haben über die Jahre 13 000 kastenlosen Männern und insbesondere auch Frauen zu Landbesitz verholfen, auf dessen Grundlage diese heute ihre Familien sicher ernähren können.
Der Beginn der Partnerschaft mit der ASW geht auf das Jahr 1968 zurück. In der Region Nagapattinam in Tamil Nadu kam es zu einem Massaker, als kastenlose Landarbeiter es wagten, höhere Löhne zu fordern. Die Großgrundbesitzer ließen darauf das Dorf ihrer Arbeiter niederbrennen - 42 Menschen starben. Mit Spenden der ASW begann das Ehepaar damals, sich für die Menschenrechte der Kastenlosen (Dalits) einzusetzen und Land für die ausgebeuteten Familien zu erwerben.
Seit 1982 gibt es die Organisation der Jagannathans unter dem Namen LAFTI. Weiterhin ist die Landvergabe das wichtigste Instrument zur Stärkung der Dalits. Die Menschen erhalten eine materielle Grundlage für ein eigenständigeres Leben und entwickeln Schritt für Schritt mehr Selbstbewusstsein.
Nachhaltige Erfolge sind allerdings erst dann möglich, wenn die Menschen selbst aktiv werden. In von LAFTI organisierten Workshops informieren sie sich über ihre gesetzlich verbrieften Rechte. Der nächste Schritt ist ihre Selbstorganisation. Heute gibt es in vielen von LAFTI betreuten Dörfern aktive Zusammenschlüsse von Frauen und von Männern, die sich auch gegen Grundbesitzer zur Wehr setzen.
Einige der Gruppen organisieren Programme zum partizipativen Hausbau. Die späteren Bewohner beteiligen sich an der Planung der Häuser, übernehmen die Ziegelherstellung und helfen bei der Konstruktion. Andere Gruppen verwalten rotierende Fonds, aus denen Kredite für Ziegenzucht, medizinische Behandlung, Ausbildung oder Heirat entliehen werden können. Gesundheitsversorgung, Rechtsbeistand, Kampf gegen Kinderarbeit, Förderung von Schulbesuch und Ausbildung sind weitere Aktivitäten.
Viel Energie und Mut erfordert der Kampf gegen Krabbenfarmen, die sich in der Küstenregion Nagapattinams ausbreiten. Deren Besitzer eignen sich das für die Aquakulturen benötigte Land zum Teil illegal an und die Abwässer der Krabbenteiche verseuchen anschließend das Grundwasser und die umliegenden Felder der Dalits. Mit Unterstützung von LAFTI organisieren die betroffenen Bauern Proteste, wehren sich mit juristischen Mitteln und, wo notwendig, sogar handfest gegen Grundbesitzer und Polizei.

Als die Jagannathans die Gruppe 1982 unter dem Namen LAFTI als NGO registrieren ließen, fanden sich neue Förderer für die erfolgreiche Arbeit. Die ASW konnte sich -entsprechend ihrer Maxime "so lange fördern bis die Gruppen eigenständig auf einem guten Weg ist" - zurückziehen, um nur noch fallweise tätig zu werden. Bei LAFTI tat sie dies zuletzt 2005 nach dem Tsunami. In Dörfern in Nagapattinam wurden Dalits dabei unterstützt, ihr flutgeschädigtes Land von Salz und Sand zu befreien und wieder urbar zu machen.
Aktuell ist die ASW in eine neue Förderpartnerschaft mit LAFTI eingetreten, um die Organisation in ihrem Kampf gegen Shrimpsfarmen zu unterstützen.
Die NRO LAFTI ist nur ein weltweit bekannt gewordener Projekterfolg mit einer ASW-Anschubfinanzierung. Auch im Falle anderer erfolgreich auf den Weg gebrachter junger Initiativen sprangen irgendwann andere Geldgeber ein und die Organisationen wurden später für ihre nachhaltige Arbeit ausgezeichnet. Die ASW förderte da schon lange wieder andere vielversprechende Gruppen.

Wir bedanken uns bei unseren langjährigen SpenderInnen und freuen uns über jede neue Unterstützung.

 

ASW-Partner mit Auszeichnungen - weitere Beispiele
WORD und ISWO, die sich in Orissa für Frauen einsetzen, erhielten nationale Preise. ISWO bekam sogar mehrere und dazu noch regionale Preise. An die Gruppe FARR gingen ebenfalls mehrere nationale Preise sowie ein internationaler Preis. Sharifa Khanam, die anfangs durch ein Einzelstipendium der ASW gefördert wurde, erreicht heute mit Ihrer Organisation STEPS nicht nur eine breite Medienöffentlichkeit, sondern erhielt ebenfalls eine internationale und zahlreiche nationale Auszeichnungen. Die Gruppe BSS, die die Banjara-Adivasi stärkt, erhielt mehrere indische Preise, wie auch die Gruppe PRERANA BHARATI, die sich bereits vor 15 Jahren mit ASW-Förderung für Frauen in Nordindien einsetzte. Auch Bauern, die sich im Rahmen von ASW-Programmen für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzen, wurden bereits gewürdigt.

 

Kennwort: Perspektivenfonds Indien
Kenn-Nr.: 9091

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

IBAN: DE69100205000001250700
BIC/SWIFT: BFSWDE33BER

 


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