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Das Recht der ehemaligen Sklaven auf ihr Land:

Gesetzesnovelle eröffnet neue Möglichkeiten

Quilombos sind Dörfer im brasilianischen Hinterland, die zur Zeit der Sklaverei von entflohenen SklavInnen gegründet wurden. Die meisten Quilombos liegen in abgeschiedenen ländlichen Gebieten, sie gehören zu den ärmsten Gemeinden in Brasilien.

Erst kürzlich, während der zweiten Amtszeit der Regierung von Präsident Lula da Silva, wurden Quilombos als eigenständige Gemeinden von Nachfahren ehemaliger Sklaven anerkannt und damit rechtlich den Ansiedlungen und Schutzgebieten der indigenen Gemeinschaften gleichgestellt.

Für die BewohnerInnen der Quilombos bedeutet dies in vielerlei Hinsicht einen Fortschritt. Neben dem Recht auf kulturelle Entfaltung und spezielle bildungspolitische Förderung haben sie nun auch die Möglichkeit, die Besitztitel für das Land zu erhalten, auf dem sie seit Generationen leben.

Malungu, der Dachverband der Quilombola-Vereine des Bundesstaates Pará, organisierte im September 2010 ein Seminar in der Landeshauptstadt Belém, an dem die Brasilienreferentin der ASW, Silke Tribukait, teilnahm.

Groß – größer - weit – weiter … oder amazonische Isolation

„Wir haben es geschafft, aus allen Teilen des Bundesstaates Pará Menschen aus Quilombos zusammen zu trommeln“, berichtet Daniel de Souza, Koordinator von Malungu. Das ist eine beachtliche Leistung, wenn man sich die Ausdehnung des Bundesstaates klarmacht. Daniel de Souza selbst kommt aus einem Quilombo in der Gemeinde Oriximiná. Er muss zunächst acht Stunden mit dem Schiff fahren, um zur nächstgelegenen Stadt Santarém zu kommen. Von dort bis zum Seminarort Belém sind es noch 1.500 Kilometer, die per Schiff oder per Flugzeug zurückgelegt werden müssen. Und Daniels Quilombo ist noch lange nicht der entlegendste. Unter diesen geografischen Bedingungen politisch aktiv zu werden und sich regelmäßig zu treffen, ist eine große Herausforderung für den Dachverband.

„Wir haben kein Trinkwasser, keine Schulen und keine Gesundheitsversorgung. Ohne Fahrrad, Pferd oder Boot kommen wir nirgends hin!“

Die großen Distanzen und der fehlende Zugang zu Bildung erklären auch die hohe Analphabetenrate in den Dörfern. „Uns fehlt einfach ein Fahrzeug, mit dem wir unsere Kinder zur weit entfernten Schule bringen können. Der Motor des Schiffes, mit dem sie normalerweise fahren, ist letzten Monat kaputt gegangen. Nun kommen sie nicht mehr zur Schule und können nichts lernen. Wir sind immer die vom Staat am meisten vernachlässigten Menschen in der Region!“ erzählt Dona Deonata aus der Gemeinde Rio Negro während des Seminars in Belém. Auch die Gesundheitsversorgung ist immer wieder Diskussionspunkt. In den meisten Gegenden gibt es noch nicht mal einen Gesundheitsposten, und manche Gemeinden können nur über mehrstündige Fußmärsche erreicht werden.

Quilombolas fordern ihre Rechte ein

Angesichts der schlechten Versorgung ist es umso notwendiger, dass Malungu sich für die Wahrung der Menschenrechte in den Quilombos einsetzt und dabei die Politiker in die Pflicht nimmt. Im Seminar werden Forderungen erarbeitet und die Kandidaten, die sich schließlich auch von diesen Menschen wählen lassen, sollen auf die Missstände aufmerksam gemacht werden. Das Motto der Kampagne lautet: “Vergesst uns nicht nach der Wahl, denn auch wir sind eure Wähler!“

Daniel analysiert: „Die meisten von uns denken immer noch, Politik ändert nichts und hat nicht mit uns zu tun, aber wir müssen uns weiter organisieren und für Veränderungen einsetzen.“

Bitte unterstützen Sie Malungu, damit noch mehr Quilombos im Bundesstaat Pará Landtitel und die Möglichkeit einer nachhaltigen Entwicklung erhalten.

Kennwort: Perspektivenfonds Brasilien
Kenn-Nr.: 6001

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

IBAN: DE69100205000001250700
BIC/SWIFT: BFSWDE33BER

 


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