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                                                                                                      Junge Mutter berichtet bei MJK
von ihren Erlebnissen.
Foto: Claudia Bernhardt

Junge Mutter berichtet bei MJK von ihren Erlebnissen. Foto: Claudia Bernhardt

Projektinfo 210/ Indien


MJK und andere ASW-Partner erstreiten für Frauen in Bihar ein würdevolles Leben

Ramsheela Devi ist seit 25 Jahren verheiratet. Sie lebt heute friedlich an der Seite ihres Ehemannes im Haus der Schwiegereltern. Die beiden gemeinsamen Töchter sind bereits erwachsen. Ramsheela hat aber Schlimmes erlebt
und nur mit Hilfe der Mahila Jagran Kendra, MJK, in ein normales Leben zurückgefunden. 

Vor einigen Jahren hat ihr Ehemann Madan Singh gesetzeswidrig eine zweite Frau geheiratet, unter dem Vorwand, dass Ramsheela ihm keinen Sohn geboren hatte. Mit seiner neuen Frau und seiner Familie fing Madan an, Ramsheela zu misshandeln und zu foltern. Schließlich verstieß er sie aus dem Haus. 

Eine grausame Tat wie diese wird von der Gesellschaft meist akzeptiert. Denn die Bevorzugung von Söhnen ist in Indien tief verankert. Töchter, für deren Verheiratung die Familien eine hohe Mitgift aufbringen müssen, werden als Belastung erlebt. „Eine Tochter großzuziehen ist wie einen Baum im Garten des Nachbarn zu gießen“, sagen die Leute in Nordindien. Nicht freundlicher klingt die Werbung einer privaten Abtreibungsklinik: „Besser jetzt 5000 Rupien ausgeben als später 50.000.“ Die Bereitschaft, weibliche Föten abzutreiben, ist in Indien in allen Bevölkerungsgruppen groß. Besonders groß ist sie in einigen Regionen Bihars, wo auf 100 Jungen nur noch 60 Mädchen zur Welt kommen.

So fühlte sich Ramsheela schuldig, weil sie keinen Sohn geboren hatte und nahm die ihr von ihrem Mann zugefügte Gewalt duldsam hin. Nachdem dieser sie schließlich aus dem Haus ‚geworfen’ hatte, begann für Ramsheela die schlimmste Phase ihres Lebens. Sie war völlig mittellos und musste bei ihren Eltern, die sich als Haushaltshilfen durchschlugen, um Asyl bitten. Nach deren Tod zog sie verzweifelt umher und suchte eine neue Bleibe. Kurzzeitig wohne sie auf kleinstem Raum bei ihrer Schwester. Wie die meisten alleinstehenden Frauen in Indien litt sie unter Ächtung und sozialer Unsicherheit. Schließlich erfuhr Ramsheela von der Arbeit von MJK. Sie fand Zuflucht im Büro, bis MJK ihren Ehemann dazu brachte, zu vertraglich ausgehandelten Bedingungen wieder mit Ramsheela zusammenzuleben.

 

Zusammen mit den Gemeinschaften Diskriminierungsmuster aufbrechen

Seit ungefähr 15 Jahren hat MJK, die federführende Organisation im Bihar-Frauen-Netzwerk, zahlreichen Frauen, die wie Ramsheela misshandelt oder verlassen wurden, beraten und ihnen dabei geholfen, wieder ein normales Leben zu führen. Wenn nötig werden diese Frauen auch juristisch unterstützt.

Die Mahila Jagran Kendra setzt bei ihrer Arbeit bei den Gemeinschaften an. Die Misshandlung und Diskriminierung von Frauen ist in Bihar so weit verbreitet, dass sogar Frauen sie akzeptieren. Deren Position kann daher nur nachhaltig verbessert werden, wenn die ganze Gemeinschaft davon überzeugt ist, dass Gewalt gegen Frauen in keinem Fall akzeptabel ist.

MJK hilft bei der Gründung und Stärkung von Frauengruppen. Schwerpunkt ist der Kampf gegen die häusliche Gewalt, aber auch bei der Erschließung neuer Einkommensmöglichkeiten werden die Frauen unterstützt. Mit Workshops zu Frauenrechten, Sensibilisierungs-programmen zu Gewalt und den Folgen von Kinderheirat hat MJK erreicht, dass sich zahlreiche Frauen erfolgreich gegen Zwangsheiraten zur Wehr setzen konnten. In mehr als 300 Fällen von häuslicher Gewalt konnten für die Frauen akzeptable Lösungen gefunden werden.

Die Vision von MJK und den anderen Gruppen des Frauennetzwerkes ist eine Gesellschaft, in der Frauen ohne Angst und Gewalt leben können. Die Verbesserungen, die MJK zum Beispiel für Ramsheela Devi ausgehandelt hat, sind ein kleiner erster Schritt.

 

Spenden Sie, damit noch mehr Gruppen in Bihar so erfolgreich für die unterdrückten Frauen eintreten können wie MJK.

Kennwort: Frauenfonds Indien
Kenn-Nr.: 9090

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

IBAN: DE69100205000001250700
BIC/SWIFT: BFSWDE33BER

 

 


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