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 Projektinfo 215/ Brasilien

Movimento Xingu Vivo Para Siempre:

Gemeinsam gegen den Staudamm Belo Monte

Meine Gemeinde kann nicht ohne Fisch leben. Es ist der Fluss Xingu, der uns Fisch gibt. Stirbt der Fluss, sterben wir mit  ihm. (Watatakalu, vom Volk der Yawalapiti)

Xingu Vivo Para Sempre – „Xingu für immer lebendig“: Der Fluss Xingu bedeutet für viele Menschen, Tiere und Pflanzen Leben. Er ist ein Nebenfluss des Amazonas, breit, flach und fast 2000 Kilometer lang. Am Xingu leben 14 verschiedene indigene Gemeinschaften und auf ihren Territorien wurden Sammel- und Waldschutzgebiete eingerichtet, die den Erhalt der Biodiversität gewährleisten.

Nun gefährdet der Bau des Megastaudamms Belo Monte das empfindliche ökologische Gleichgewicht der Gegend rund um den Xingu und damit auch die Lebensgrundlage und die Kultur vieler Ribeirinhos (Flußanwohner), Indigener und Kleinbauern.

Der Flusslauf wird verändert, an einigen Stellen unterbrochen und der Strom wird an einigen Abschnitten austrocknen. Fischarten werden aussterben und die Menschen am Fluss verlieren ihre Nahrungsgrundlage. Über 3800 Familien aus der Umgebung von Belo Monte sollen umgesiedelt werden, wenn das Bauprojekt startet.

Das die Bauarbeiten durchführende Konsortium Norte Energia SA behauptet, die wirtschaftliche Entwicklung der Region mit der Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern. Dabei handelt es sich letztendlich um zeitlich begrenzte Arbeitsplätze. Nach dem Abzug der Maschinen werden unzählige Arbeitslose und Menschen ohne Haus und Perspektive zurückbleiben.

Übermächtige Bau- und Energiekonzerne, korrupte Politiker und der Widerstand

Bauunternehmer waren frühzeitig in die am Xingu liegenden Siedlungen gefahren, um Zustimmung zu erkaufen: „Die Leute tauschen ihre Ideale gegen Autos oder Studienplätze der Kinder“, zitiert Marian Blasberg (Die ZEIT) Renata Pinheiro, eine der Koordinatorinnen der Bewegung Xingu Vivo Para Sempre. Doch sie hat noch nicht aufgegeben, denn es gibt genügend mutige Menschen, die sich gegen die Tricks der Bauunternehmen und politischen Initiativen von oben wehren.

Zum Beispiel die langjährige ASW-Partnerin Antonia Melo, die mit der Frauenorganisation „Bewegung der arbeitenden Frauen Altamiras“ nachhaltige Entwicklung in der Region Altamira vorantreibt und an der Spitze der Bewegung Xingu Vivo steht. Die sechzigjährige ehemalige Grundschullehrerin kämpft unermüdlich für die Menschen und die Umwelt rund um ihre Heimatstadt Altamira. „Der Bau würde alles in Frage stellen, was wir bisher erreicht haben. Anerkannte Landrechte für die Kleinbauern, Arbeitsplätze für viele Frauen und die jahrzehntelange Aufbauarbeit und das Engagement der Zivilgesellschaft. Alles steht auf dem Spiel, zumal viele Familien ihr Land durch das Wasserkraftwerk verlieren werden.“

Die Bewegung Xingu Vivo bringt die betroffenen Menschen zusammen, fördert ihr Engagement und organisiert den Widerstand. Es gibt immer noch Wege, einen endgültigen Baustopp zu erwirken, auch wenn die Baugenehmigungen erteilt und die Aufträge schon vergeben sind, tausende Tagelöhner die Stadt Altamira belagern, die Prostitution ansteigt, die Gewalt zunimmt, der Baustaub das Atmen schwer macht und die ersten Menschen von ihrem Land vertrieben werden. 

Die Menschen von Xingu Vivo werden nicht aufgeben, und wenn der Kampf gegen Belo Monte das „Stuttgart 21“ von Brasilien wird.

Die ASW unterstützt sie dabei. Mit unserer Hilfe können die Bürger in Altamira, die Ribeirinhos, die Indigenen und Kleinbauern unabhängig informiert werden. Sie können sich treffen, beraten, zusammenschließen und protestieren. Das ist gelebte Demokratie und Selbstbestimmung.

Unterstützen Sie die unermüdliche Arbeit von Xingu Vivo. Gegen den Staudamm Belo Monte, für die Menschen am Xingu, für die Tiere und den Regenwald.

Kennwort: Umweltfonds Brasilien
Kenn-Nr.: 6003

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

IBAN: DE69100205000001250700
BIC/SWIFT: BFSWDE33BER

 


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