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Vor mehr als 10 Jahren hat die heute 48 jährige Rakieta Poyga ihren Kampf gegen die Genitalverstümmelung aufgenommen. Ein einschneidendes Erlebnis setzte für sie das Thema auf die persönliche Tagesordnung: Eine extrem schwere Geburt als Spätfolge des Eingriffs, an der sie als 35-Jährige fast gestorben wäre. Von dem Tag an war für Rakieta klar: "Künftigen Generationen von Frauen muss diese schlimme Erfahrung erspart bleiben."
Sie suchte Mitstreiterinnen und fand sofort fünf, unter ihnen die Leiterin der Frauengruppe in der Moschee. Die Frauen gingen direkt in die Wohnviertel, um mit den Leuten zu sprechen. Immer Samstags führten sie den Film "Duperie" vor, der in drastischen Bildern zeigt, wie der Eingriff an den kleinen Mädchen abläuft. "Diese Konfrontation fanden wir wichtig, weil die Eltern ihre Mädchen einfach den Beschneiderinnen übergeben und bei dem Akt nicht dabei sein wollen."
Nach einem Jahr dieser noch unorganisierten Sensibilisierungsarbeit machte
Rakieta die Ausbildung "Information Education Communication sur l'excision"
(Information, Bildung, Kommunikation über Genitalverstümmelung).
Erste Spenden kamen von Terre des Femmes und vier AufklärerInnen, sogenannte
Animatricen/Animateure, die für insgesamt 50 Dörfer aktiv waren,
konnten bezahlt werden.
"Zu dem Zeitpunkt war für uns wichtig, eine Struktur in unsere Arbeit
zu bekommen und sie zu professionalisieren".
Mittlerweile arbeitet ‚Bangr Nooma' mit 24 Animatricen/euren und einem Supervisor, der einmal im Monat die Arbeit mit den MitarbeiterInnen durchgeht. Rakieta Poyga selbst hat sich in die Finanzverwaltung eingearbeitet, um korrekte Abrechnungen zu garantieren. Das und die Koordination von Bangr Nooma macht sie noch immer ehrenamtlich - neben ihrer aktuellen bezahlten Tätigkeit in der Buchhaltung der GTZ. Die Zeit, die sie ihrem Engagement und ihrer Organisation widmet, ist gut angelegt, findet Rakieta. "Das Schönste für mich ist zu wissen, dass wir in 10 Jahren nachweislich 22.000 Mädchen vor der Verstümmelung gerettet haben".
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