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Aktionsgemeinschaft
Solidarische Welt e.V. Potsdamer Straße 89 10785 Berlin Tel.: 030 - 25 94 08 01 Fax: 030 - 25 94 08 11 Email: mail@aswnet.de |
Projektinfo 196 / Indien
Auf den ersten Blick ist das Projekt gar nicht ASW-typisch:
Strahlende Kinder
recken begeistert und eifrig ihre Hände um zu zeigen, was sie in
ihrer
Vorschule gelernt haben. Im Kreis stehen sie da und singen: "Ihr
lauft
auf unseren Sohlen, wir fegen euere Wege, wir putzen euer Haus, wir
ziehen
euch in der Rikscha, wir ernten euer Getreide und ihr nennt uns
unberührbar?"
Eine
Lehrerin zeichnet mit Kreide Kreise, Zahlen, Symbole und Buchstaben
auf den
Betonboden. In einem Lauf- und Ratespiel können die Kinder nun
zeigen,
was sie schon gelernt haben. Mit Freude und sichtbarem Ehrgeiz sind
die Kinder
dabei. In der engen strohgedeckten Hütte hängen ringsherum farbige
Zahlen und Buchstabentafeln. Gegenstände des täglichen Bedarfs sind
Symbolen, die auf Gesundheitsfragen verweisen, zugeordnet. Alle
Materialien
sind selbst gemacht. Mit einem großen Memory, das auf den Boden
ausgelegt
wird, werden Hygiene und Gesundheitsaspekte von Gemüse und Getreide
erkundet.
"Wir haben festgestellt, dass in den meisten Grundschulen besonders die Dalitkinder auch in der siebten Klasse noch nicht richtig lesen und schreiben konnten. So haben wir die besondere Förderung auf die ersten Jahre gelegt", erklärt Dr. P.D.K. Rao, der Gründer von SODHANA die Idee der Vorschule. Tatsächlich sind die Kinder in den SODHANA-Klassen in der Kleinstadt Cheepurupalli zwischen drei und fünf Jahren. Mir ihren Kenntnissen übertreffen sie aber die Kinder der meisten regionalen Dorfschulen mit Klasse 1 bis 5. Mit dieser Vorbereitung haben sie die Chance, ein besseres Leben aufzubauen als das ihren kastenlosen Eltern möglich war. Mit 180 Millionen anderen Kastenlosen in Indien teilten diese das Schicksal, lebenslänglich zu einem der typischen ‚unreinen' Dalit-Berufe verdammt zu sein. "Ein wichtiges Anliegen war es uns Frauen schon früh, dass alle unserer Kinder zur Schule gehen", sagt eine Mutter aus Cheepurupalli. "Nur so können sie sich aus dem elenden Dalitdasein befreien."
Der Unterricht
findet fünfmal die Woche von 9-12 und von 14-16 Uhr statt.
Dazwischen gibt es ein vitaminreiches Essen. Das muss aus eigener
Tasche finanziert
werden, denn für eine Vorschule zahlt der Staat keinen Zuschuss zum
Essen.
Das ‚middaymeal' ist nur für Grundschulen gesetzlich vorgeschrieben.
Rao und auch anderen MitarbeiterInnen der Gruppe SODHANA (Das Wort
bedeutet
"Erforschung/sich erheben") ist es gelungen, in der Region sozial
eingestellte Menschen zu einem kleinen Beitrag zu überreden, mit dem
das Mittagessen und teilweise auch die LehrerInnen bezahlt werden
können.
Dass der SODHANA-Gründer zehn Jahre als Dozent in den USA gearbeitet
hat, war für diese Geldbeschaffung sicherlich von Vorteil. Dank der
Qualifikation
von Rao kann SODHANA heute auch selbst Lehrer ausbilden. So hat die
NGO die
meisten ihrer Lehrerinnen und Lehrer aus den umliegenden Dörfern
geholt
und sie speziell für einen Unterricht für Kinder im Vorschulalter
trainiert.
Auch in den umliegenden Grundschulen hat SODHANA je zwei zusätzliche
Lehrer untergebracht, die von Rao ausgebildet worden waren. Mit
dieser zusätzlichen
"Personalausstattung" können diese Schulen jetzt deutlich besser
auch auf die Bedürfnisse der kastenlosen SchülerInnen eingehen als
eine der üblichen chronisch unterversorgten staatlichen Grundschulen.
Es ist nicht selten, dass dort zwei Lehrer sieben Klassen
unterrichten.
So ist allen gedient. Die Klassen dieser von SODHANA unterstützten
Grundschulen
sind jetzt viel kleiner, der Unterricht ist besser und oft schauen
sich die
staatlichen Lehrer etwas von der Didaktik der Zusatzlehrer ab. Rao
ist überzeugt:
"Die Dalitkinder können danach dem Unterricht auch auf den
weiterführenden
Schulen viel besser folgen". Für besonders gute SchülerInnen
kann er jedes Jahr sogar zwei Stipendien ausloben. Dabei werden
besonders
Mädchen gefördert.
Die älteren SchülerInnen nehmen gelegentlich auch an Tanz- und
Bildungsabenden
teil, die SODHANA in Cheepurupalli und umliegenden Gemeinden
organisiert.
Zusammen mit anderen Dalitkindern verkünden sie dann tanzend und
singend
die Botschaft: "Ihr lauft auf unseren Sohlen und nennt uns
unberührbar?
Für diese wegweisende Vorschulbildung für Dalitkinder bitten wir
um Ihre Unterstützung unter:
Kennwort: wird noch ergänzt
Kenn-Nr.: wird noch ergänzt
* Die Lederbearbeitung ist traditionell ein Tätigkeitsfeld der Berufsgruppe der kastenlosen Lederarbeiter. Kastenlose bzw. Dalits, wie sie sich selbst nennen, werden von Kastenhindus als unrein und unberührbar angesehen.
| Kennwort: Perspektivenfonds Indien Kenn-Nr.: 9091 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
|
IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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