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Aktionsgemeinschaft
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Projektinfo 202 / Indien
"Wer sich in dieser Gegend für die Frauen einsetzen möchte,
braucht einen guten Vorwand für seine Arbeit", sagt Mary Alphonsa.
"Daher haben wir unsere Organisation, die ich und Freunde 1996 hier
gegründet
haben, ‚Gemeinschaft zur Hilfe Bedürftiger' (SUN) genannt und mit
Bildungsarbeit und Gesundheitscamps angefangen". Die Bildungsarbeit
richtete
sich zunächst an Kinder. Schnell sind Alphonsa und die anderen
SUN-GründerInnen
auf diesem Wege mit der eigentlichen Zielgruppe, den Frauen, in
Kontakt gekommen.
"Die Männer waren nicht argwöhnisch", fährt diese
fort. Gegen kostenlose Untersuchungen in den Healthcamps oder etwas
Unterricht
für ihre Kinder, die tagsüber arbeiten, hatte keiner etwas
einzuwenden.
Und SUN konnte sogar von der Regierung Gelder für diese Arbeit bekommen.
Mit Unterstützung der ASW und der Einbindung in das Frauennetzwerk
des
ASW-Partners "Centre for World Solidarity" konnte das Team von SUN
dann Stück für Stück ein wenig weitergehen. Noch immer ist
Bildung und Gesundheitsaufklärung das Aushängeschild der
Organisation.
Mit kleinen Untersuchungskoffern ziehen die Kolleginnen von Dorf zu
Dorf.
Aber mit jeder Gesundheitsberatung sind wichtige Belange der Frauen
und Familien
angesprochen. Gehen Kinder die zur Schule, wer betreut die Frauen bei
der
Geburt, spielt Alkohol in der Familie eine Rolle, woher kommen die
blauen
Flecken, wieso soll die Tochter schon so jung verheiratet werden -
mit solchen
Fragen nähern sich die SUN-Mitarbeiterinnen den Frauen und ihrer
Familiensituation
an.
Rasch, findet die engagierte Sozialarbeiterin, ist das Vertrauen der
Frauen
in die Arbeit von SUN gestiegen. Um die Arbeit effektiver auszuweiten
und
nachhaltiger zu gestalten, wurden in den Dörfern
Frauen-Gesundheitskomitees
gegründet. Jetzt beginnen die Frauen, selbst einen Teil der Aufgaben
zu übernehmen. Inzwischen sind sie stark genug, um sich auch - wo
nötig
- mit den Männern, Dorfältesten oder Regierungsvertretern anzulegen:
Die sind nämlich verantwortlich, wenn eine Schule keinen Lehrer hat,
verbilligte Nahrungsmittel für Arme nicht zur Verfügung stehen oder
Frauen von Ihren Männern geschlagen werden, ohne dass die Polizei
eingreift.
"Unser Ziel ist women empowerment. Wenn alle Frauen sich ihrer Stärke
und Rechte bewusst sind und wissen, wie sie sich für ihre Belange und
die ihrer Familie einsetzen, dann können wir unsere Arbeit hier
reduzieren
und in anderen Regionen beginnen, Frauen zu stärken," sagt Aruna
Purupalli. Als Mitglied einer Gesundheitsgruppe leistet sie in ihrem
Dorf
ganz praktische Unterstützung. "Bei Geburten gehen viele Frauen
entweder zu den Schamanen* oder geldgierige Ärzte bringen sie dazu,
per
Kaiserschnitt zu gebären. In beiden Fällen müssen sie sich
dafür hoch verschulden. Ich habe schon 34 Nachbarinnen von solchen
Fehlbehandlungen
abgehalten und Ihnen gezeigt, wie ihre Geburt sauber und ungefährlich
durchgeführt werden kann."
Die 12jährige Swarta sollte heiraten und eine Putzarbeit annehmen.
Aruna
Purupalli hat daraufhin überall um Unterstützung gebeten, das zu
verhindern. Es gab viel Unruhe im Dorf, aber am Ende wurde
vereinbart, dass
Swarta noch mindestens zwei Jahre unverheiratet sein und zur Schule
gehen
dürfe. Notfalls hätten die SUN-Mitarbeiterinnen eine engagierte
Rechtsanwältin gebeten, diese Kinderheirat zu verhindern. Heute ist
die
Mutter von Swarta in der Frauengruppe ihres Dorfes aktiv und das
Mädchen
geht in die 11 Klasse.
Vom Engagement von SUN haben auch einige lokale Schulen profitiert.
Die Dorfschule
Kidumalapuram hat im Kreis sogar den ersten Platz für die 10. Klasse
belegt, seit SUN ehrenamtliche Lehrer dafür gewinnen konnte, schon im
Kindergarten, aber auch morgens und abends im Gemeindezentrum den
Kindern
Wissen zu vermitteln. Besonders stolz ist SUN auf die hohe
Mädchenquote
in den Schulen im Umkreis.
Durch ihr anhaltendes Engagement und ihre Erfolge sind die SUN-Frauen
heute
überall im Bezirk respektiert. Und zu Recht können sie darauf
verweisen,
dass Frauen in den Dörfern heute in allen Belangen mehr zu sagen
haben
als vor 12 Jahren, als Mary Alphonsa und ihre Freunde als
"Gemeinschaft
zur Hilfe Bedürftiger" mit ihrer Arbeit begannen.
Spenden Sie, damit SUN diese wichtige Arbeit fortführen und auf
andere
Dörfer ausweiten kann.
| Kennwort: Frauenfonds Indien Kenn-Nr.: 9090 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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