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Aktionsgemeinschaft
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Projektinfo 214 / Indien
„Aufklärung
und Beratung sind dringend nötig, wenn Frauen nicht weiter rechtlos,
unterdrückt und misshandelt sein sollen. Viele Frauen wissen gar nicht, dass
das, was ihnen widerfährt, ungesetzlich ist“, sagt Siva Kumari. „Deshalb haben
wir unsere Organisation Society for Women's Awareness and Rural Development (Gesellschaft
für Bewusstsein und ländliche Entwicklung) genannt.“ SWARD, für die Kumari als
Sozialarbeiterin tätig ist, trägt das Thema häusliche Gewalt in die Öffentlichkeit.
„Nur so kann sich etwas verändern und die Gewalt abnehmen“, ist Kumari
überzeugt.
Heute wird SWARD bereits von einem Netzwerk mit 4000 Mitgliedern unterstützt.
Selbst in den Medien und von Behörden wird regelmäßig auf die Beratungsarbeit
von SWARD für Frauen hingewiesen.
Frauen wenden sich mit unfassbaren Schicksalen an SWARD. Zum Beispiel Lakshmi. Die Anfang 20 kommt aus einer Arbeiterfamilie und wurde mit 18 Jahren für 80.000 Rupien (etwa 1.250 Euro) Mitgift an einen Eisenbieger verheiratet. Nach der Geburt einer Tochter und zweier Söhne begannen Ehemann und Schwiegermutter, weitere 50.000 Rupien zu fordern. Lakshmi wurde misshandelt und sollte verschwinden. Sie entfloh, als sie mit Säure und Benzin übergossen in Brand gesteckt werden sollte. Bei der Polizei versprach man ihr, aktiv zu werden – nach der Bestechung durch die Familie des Ehemannes unterließen die Beamten das. Ein lokaler Politiker empfahl Lakshmi an SWARD, wurde jedoch selbst nicht aktiv. SWARD übernahm die Notversorgung und bahnte Vermittlungstreffen mit dem Ehemann an. Der verweigerte sich. Mit Unterstützung lokaler Führungspersönlichkeiten konnte sie zwei ihrer Kinder, jedoch nicht den erstgeborenen Sohn zu sich holen. Lakshmi darf vorerst wieder bei ihren Eltern wohnen.
Als der Ehemann vom Gericht zum Unterhalt für die Kinder verurteilt wird, bittet er um Verzeihung und holt Lakshmi zurück in sein Haus. Nach einigen Monaten beginnen die Misshandlungen erneut, der Ehemann will eine jüngere Ehefrau. Blutüberströmt läuft Lakshmi zur Polizei. Die erklärt Schläge durch den Ehemann für rechtens. Wieder bei den Eltern beginnt auch Lakshmis Vater sie mit Schlägen aus dem Haus zu treiben. Ihre Mutter verprügelt er nun ebenfalls. Lakshmi gilt mittlerweile als schlechte Ehefrau und wird auf Druck der Familie des Ehemanns sozial geächtet. Lakshmi sieht als einzigen Ausweg den Selbstmord oder eine Rückkehr zum Ehemann, wo sie wenigstens bei ihren Kindern sei. Die Kinder raten ihr ab, da sie weitere Misshandlungen und gar die Tötung aller durch den alkoholisierten Vater fürchten. Lakshmi und ihre Kinder sind schwer traumatisiert.
Ganze Ordner füllen die von SWARD dokumentierten Misshandlungen von Frauen. Es gibt noch weit grausamere Fälle als den von Lakshmi, in fast unendlicher Zahl. Die engagierte Arbeit der Gruppe beginnt mit Erste-Hilfe-Maßnahmen, Organisation von Notunterkünften und medizinischer Behandlung. Denn Frauen, die gerade den Misshandlungen entkommen und ohne Unterkunft, Kleidung, Nahrung und Arbeitsmöglichkeiten sind, brauchen jede erdenkliche Hilfe. Weil ihnen oft die Kinder genommen wurden, werden sie auch psychologisch unterstützt.
Dann folgt die rechtliche und ganz praktische Beratung durch SWARD. Denn bei Behörden oder bei der Polizei findet eine alleinstehende Frau auf dem Land in Indien keinerlei Gehör. Erschwerend hinzu kommt, dass Frauen, die fluchtartig das Haus des Ehemannes verlassen mussten, keine Heirats- oder Besitzurkunden einpacken konnten und damit über keinerlei Nachweise über ihr bisheriges Leben verfügen. So entgeht ihnen die Unterstützung aus staatlichen Sozialprogrammen.
Auch an das familiäre und dörfliche Umfeld der Frau tritt SWARD heran, um der verbreiteten sozialen Ächtung der „alleinstehenden Frau“ entgegenzuwirken. Dabei schaltet SWARD Freunde, Gemeinderäte, politische und kulturelle Führungsfiguren oder die Medien ein und geht zur Vermittlung immer wieder vor Ort. Mit dieser Art der ausdauernden und ortsbezogenen Betreuung ist SWARD häufig erfolgreich.
„Entflieht
eine Frau der Misshandlung, steht sie praktisch vor dem Nichts“, sagt Siva
Kumari. „Mit den Frauengruppen ermöglichen wir den alleinstehenden Frauen einen
Neuanfang und geben ihnen neuen Lebensmut.“
Unterstützen Sie bitte diese wichtige Arbeit mit Ihrer Spende.
| Kennwort: Frauenfonds Indien Kenn-Nr.: 9090 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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