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Projektinfo 213/ Westafrika

Pilotbauern und Gemüsegärtnerinnen:

Neue Ansätze der ökologischen Dorfentwicklung bei UCEM, Senegal

Ein satt-grünes Rechteck inmitten ausgedörrt gelb-brauner Felder, eingefriedet von einem Zaun aus trockenen Stangen. Ein genauerer Blick lässt auf den Beeten mindestens sechs verschiedene Gemüsearten erkennen. Tomaten, Grüner Salat und die Blätter von Paprika sind unschwer zu identifizieren. „Das dazwischen sind Okraschoten“, erklärt Markoto Camara, „und das rote Bete. Und hier experimentieren wir: zwei Reihen Tomaten ohne Kompostdünger und zwei mit. Wir vergleichen, wie sie sich entwickeln.“

Markoto Camara ist Animateur bei UCEM. Mit ihm und dem UCEM-Koordinator Sara Camara („Wir sind nicht verwandt, jeder hier heißt Camara“) besuchen wir, zwei ASW-MitarbeiterInnen und drei ASW-SpenderInnen, Mitte Februar 2011 im Rahmen einer SpenderInnenreise das Dorf Koumbidia-Socé und die etwas außerhalb gelegenen Gemüsefelder der Frauengruppe von Koumbidia.

Die Gemüsefelder sind Teil des  Programmes „Activités génératrice de revenues“ -einkommensschaffende Maßnahmen für Frauen. Ein ganz neuer Arbeitsschwerpunkt ist ökologischer Anbau durch Pilotbauern. Von beiden will uns das UCEM-Team heute etwas zeigen.

„Die Frauen müssen die Felder gegen Tierfraß schützen. Wir haben hier ein großes Problem mit durchziehendem Vieh“, erklärt Sara Camara. Daher hätten die Frauen das gezeigte Feld mit Hirsestängeln eingezäunt. Auch ein zweites Gemüsefeld am Rand von Koumbidia-Socé, das wir besichtigen, ist durch den gleichen Zaun geschützt. Hier stehen auf einem Beet weiße Blütendolden über hochgeschossenen Stängeln mit ledrigen Blättern. „Ein Teil der Salatpflanzen wird nicht abgeerntet, damit man Saatgut gewinnen kann“, informiert uns Camara. „Unsere Frauen sollen unabhängiger werden von Saatgutkauf.“

Die Frauen produzieren auf den beiden gezeigten Feldern teils für den Eigenbedarf, teils vermarkten sie das Gemüse, um ihr Einkommen aufzubessern. Bäuerin Aminata Camara erklärt, was für sie neu ist, seitdem sie an dem Gemüsebauprogramm teilnimmt: „Zwiebeln und große Tomaten hatte ich vorher nicht, rote Bete sind für mich auch neu. Nach der Tomatenernte (kleine Tomaten) habe ich früher mein Beet brach gelassen, jetzt pflanze ich direkt nach der Aberntung der Tomaten Peperoni ein.“ Die zweite Gemüsebäuerin Wodji Camara nennt einen anderen Aspekt: „Unsere Ernährung ist vielfältiger geworden. Jeden Tag, wenn ich koche, hole ich mir Frisches aus dem Garten.“

Nach dem Besuch der Gemüsefelder haben wir die Gelegenheit, mit dem Pilotbauern Adama Camara zu sprechen. Als Pilotbauer kann er zwei von UCEM zur Verfügung gestellte Zugpferde nutzen. Die kommen aber bei Bedarf auch den anderen der 72 Mitglieder des Dorfkomitees von Koumbidia-Socé zugute. Die UCEM-Pilotbauern wirtschaften fast biologisch. Sie verwenden wenig chemischen Dünger und setzen auf organischen Kompost. Den gewinnen sie aus Hirseresten, Maisstängeln und  Viehdung - manchmal kommen auch Asche und verbrannte Knochen in die Dunggrube.

„Mit dem Einsatz dieses Kompostes haben sie deutlich bessere Erträge als die Bauern, die viel chemischen Dünger verwenden“, informiert uns der UCEM Koordinator Sara Camara. „In Kombination mit Kompost kann der chemische Dünger immer weiter zurückgefahren werden.“

Auf die Frage, was sich für ihn verändert habe, seitdem er als Pilotbauer an dem neuen UCEM-Programm teilnimmt, nennt Adama Camara an erster Stelle das neue Wissen, das ihn vorwärts gebracht habe. “Wir ließen Abfälle und Mist früher einfach vor dem Haus liegen. Jetzt achten wir darauf, alles zu verwerten. Früher habe ich auf meinem Hirsefeld 500 kg Hirse geerntet. Jetzt, mit Kompost, produziere ich auf der gleichen Fläche 2000 kg.“

Die ASW bittet Sie um Ihre Unterstützung für UCEM, damit die Organisation ihre Beratung von Pilotbauern und Gemüsebäuerinnen noch ausbauen kann.
Kennwort: Umweltfonds Afrika
Kenn-Nr.: 8003

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

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