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Aktionsgemeinschaft
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Porto
de Moz. Genau fünf Jahre ist es her, dass am Xingu-Fluss im
Amazonasbecken drei Schutzgebiete ausgerufen wurden, darunter das 1,3
Millionen Hektar große Sammelreservat Verde Para Sempre (VPS).
„Die Einrichtung des Sammelreservats ist trotz aller Schwierigkeiten
eine wichtige Errungenschaft“, sagt Jomabá Punto Torres, der
Koordinator des Komitees für ein nachhaltiges Porto de Moz (CDS),
während wir das Gebiet mit dem Boot erkunden. Die Flussanwohner (ribeirinhos)
sahen sich bis dahin vom Staat vergessen und den Holzfällern
ausgeliefert. Denn zu Beginn der neunziger Jahre war diese
Amazonasregion mitsamt ihren Edelhölzern, wie Mahagoni, von Holzfällern
„entdeckt“ worden. Diese begannen, mit Traktoren in die ribeirinho-Siedlungen
einzudringen und dort in großem Stil abzuholzen. Zwar zeigten die
Flussanwohner trotz Drohungen dieses Vorgehen an, aber meist ohne
Folgen für die Holzunternehmer. Denn die meisten ribeirinhos
bewirtschaften ihren Boden ohne Landtitel. So konnten sich Viehzüchter
und Holzfirmen den Wald ohne große Schwierigkeiten aneignen. Einige
dieser Ländereien mit gefälschten Besitztiteln erreichten eine Größe
von über 300.000 Hektar.
Doch im September 2002 besetzten die ribeirinhos in einer spektakulären Aktion den Fluss. Mit über 50 kleinen Booten riegelten sie den Fluss Jaurucu und damit die Zufahrt zum Xingu auf der Höhe von Porto de Moz ab. Die Frachtkähne der Holzfäller, die von hier aus zu Dutzenden illegal Holz weiterverschiffen wollten, wurden dadurch blockiert. Die Holzunternehmer wendeten trotz der anwesenden internationalen Presse Gewalt an: Sie attackierten ribeirinhos und verbrannten einige von deren Booten.
„Genau an dieser Stelle“, zeigt Jomaba und hält das Boot an, „haben wir 2002 den Fluss Jaurucu blockiert. Pro Jahr wurden rund drei Millionen Kubikmeter Holz geschlagen und auf dem Fluss abtransportiert. Die Firmen verbreiteten Angst und Schrecken und stellten die Anwohner vor die Wahl: entweder kollaborieren und für die Holzfirmen arbeiten oder das Land verlassen. Einige haben sich deshalb mit der Anwesenheit der Holzunternehmen arrangiert und waren von ihnen abhängig“
Wenig später erreichen wir die Siedlung Batata und besuchen den Vorsitzenden der Anwohnervereinigung Seu Benedito. Er bestätigt Jomabá Punto Torres’ Darstellung, dass das Sammelreservat (ResEx) nicht nur auf Begeisterung stieß: „Hier war gut ein Drittel der Menschen gegen die Einrichtung der ResEx. Jetzt sind die Holzfirmen und die Sägewerke abgezogen, aber es gibt auch keine vergleichbaren Einkommensquellen. Nicht alle begreifen, dass diese Abholzung ohnehin in ein paar Jahren kein Geld mehr gebracht hätte und wir mit verwüsteten Gebieten dagestanden wären, die nicht mal mehr für Sammelwirtschaft getaugt hätten. Und was hätten wir unseren Kindern hinterlassen? Eine Schande! Aber Nachhaltigkeit ist sehr mühsam.“
Auf die Frage, was sich durch die Einrichtung der ResEx denn verbessert habe, kommen von den versammelten ribeirinhos vor allem zwei Antworten: die Sicherheitslage und der Fischbestand. Eine große Ladung mit Holzstämmen ist ein seltener Anblick geworden. Die Gebiete der ribeirinhos werden nicht mehr mit Gewalt geplündert. Und seit die Holzschlepper mit ihren für den flachen Fluss viel zu großen Motoren nicht mehr die Ufervegetation aufwühlen, hat sich der Fischbestand spürbar erholt. Fisch ist als wichtiges Nahrungsmittel wieder ausreichend vorhanden.
Ein weiteres Grundnahrungsmittel der Region ist Açaí.
Diese vitaminreiche und nahrhafte Beere, die etwa doppelt so groß ist
wie Holunder, wird zu Saft verarbeitet, um dann zu Fisch, Maniokmehl
oder mit Zucker gegessen zu werden. In Porto de Moz ist die Nachfrage
größer als das Angebot.
Aber die Beeren müssen aus rund 20 Meter Höhe geerntet und bald verarbeitet werden. Im Wald hinter den ribeirinho-Siedlungen gibt es beträchtliche Açaí-Palmenhaine. Dieser wild wachsende Açaí
ist von besonders guter Qualität. Um allerdings eine regelmäßige und
dauerhafte Ernte zu erzielen, müssen die Palmen frei geschnitten und
ausgedünnt werden – eine schwere Arbeit.
Die ASW finanziert die Selbstorganisierung der ribeirinhos, Kurse, die das Bearbeiten der Açaí-Palmenhaine vermitteln, sowie entsprechende Gerätschaften. Tragen Sie mit Ihrer Spende zur Ernährungssouveränität der Gemeinschaften bei, damit diese nicht mehr auf den Holzhandel angewiesen sind.
| Kennwort: Umweltfonds Brasilien Kenn-Nr.: 6003 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
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