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Projektinfo 207 / Westafrika

Jugendliche in den Flüchtlingscamps auf eine bessere Zukunft vorbereiten

Die Westsahara-Arbeit der ASW

Über die Flüchtlingslager der Sahraouis und über den ungelösten Kolonialkonflikt im nördlichen Westafrika erfährt der/die Zeitungsleser/in zurzeit nichts. Gab es da nicht mal bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen der Polisario und Marokko, einen Waffenstillstand, eine UN-Friedensmission, den Plan, ein Referendum durchzuführen?

Noch immer leben mehr als 100.000 Sahraouis hinter der Grenze in den Flüchtlingslagern auf algerischem Territorium. Seit 1991 gibt es einen Waffenstillstand, der von einer UN-Mission überwacht wird. Die Vereinten Nationen hatten ein Referendum bereits bis ins letzte Detail vorbereitet und mussten es dann doch wieder stoppen, da sich Marokko nicht an die Zusagen halten wollte. Eine Lösung nach den Regeln des Völkerrechts ist seither blockiert. Für die Polisario sind nur solche Modelle verhandelbar, bei denen eine spätere Unabhängigkeit der früheren spanischen Kolonie Westsahara nicht ausgeschlossen ist. Genau das will Marokko, das Ende der 70er Jahre das Territorium annektierte, aber verhindern.

Das Leben in den Flüchtlingslagern hat sich in den letzten 30 Jahren sehr verändert. Einige ehemalige Beschäftigte der früheren Kolonialmacht erhalten eine kleine Pension. Geld ist im Umlauf und einige Menschen haben etwas mehr davon, andere deutlich weniger. Es gibt Läden, aber nicht jeder kann sich Tomaten oder Orangen kaufen, die über afrikanische Märkte hierher kamen. Dank der traditionellen Solidarität – wer hat, teilt mit den Nachbarn - kann diese Ungleichheit etwas abgebaut werden. Auch gibt es mittlerweile in beinahe jeder sahraouischen Familie jemanden, der in Spanien arbeitet und etwas Geld nach Hause schickt. Um die 10.000 sahraouische Kinder zwischen 8 und 12 Jahren werden während der heißesten Sommermonate für ein paar Wochen von europäischen Gastgebern aufgenommen. Die ASW unterstützt bereits zum zweiten Mal den Ferienaufenthalt von sahraouischen Kindern in Deutschland.

Junge Frauen im Lager Smara

Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Sahraouis in den Flüchtlingslagern und den besetzten Gebieten haben sich verbessert. Das UNHCR hat ein Telefon eingerichtet und organisiert Besuche von Familienangehörigen beider Seiten. Dadurch kann die Besatzungsmacht die Sahraouis, die offen ihre Meinung sagen oder protestieren, nicht mehr so leicht einsperren, foltern und vertreiben, ohne dass jemand davon erfährt. Manche Sahraouis verlassen die Flüchtlingslager, um in Spanien, Algerien oder Mauretanien zu leben. Einige siedeln auch in dem Streifen der Westsahara, der für Marokko uninteressant ist und militärisch nicht kontrolliert wird.

Neue Perspektiven für die Jugend

Der Alltag in den Lagern ist noch immer schwierig. Die Abhängigkeit vom ausländischen Wohlwollen und von internationaler Nahrungsmittelhilfe besteht unverändert. Ein Großteil der Menschen ist inzwischen hier geboren und aufgewachsen. Die alte Heimat, Vertreibung, Flucht und Befreiungskampf kennen sie nicht aus eigener Erfahrung. Für die Jugendlichen ist das Leben in den Wüstenlagern trist und ohne Perspektive. Aber genau die braucht diese neue Generation. Daher wurde mit einer eigenständigen Jugendarbeit begonnen. Über das Schweizerische Unterstützungskomitee SUKS beteiligt sich die ASW an den Programmen, zunächst einmal in Smara, einer der vier Wüstenstädte. Dabei geht es um freie, möglichst selbstbestimmte Jugendarbeit und den Aufbau eines Jugendzentrums.

Jugendliche erhalten einen Raum, wo sie sich außerhalb der Familien mit ihren Freunden treffen können. Kurse für sinnvolle Freizeitgestaltung ergänzen die mangelhafte Schulbildung. Dazu gehören u.a. Fremdsprachenkurse, Nähen, Kochen, Informatik, Zeichnen, Sportgruppen oder Unterricht in Gartenbau zur Anlage kleiner Familiengärten. In Diskussionsrunden werden Partizipation und Teilhabe am politischen Gestaltungsprozessgelernt. Auch das Ausbilden von jungen Frauen als Ausbilderinnen für andere Jugendliche hat schon begonnen.

Die in Smara erfolgreich begonnene Jugendarbeit soll in der 30 km entfernten Stadt Ausserd fortgeführt werden. Im Rahmen einer Jugendbegegnung wird das Vorhaben von Jugendlichen aus Berlin Köpenick unterstützt. Eine der aktiven jungen Frauen, die das Projekt vor Ort begleitet, ist Maima Salima Ahmed. Sie konnte mit ASW-Unterstützung vor einigen Jahren in Berlin eine technische Ausbildung machen.

Damit wir diese Programme zugunsten der sahraouischen Jugendlichen fortführen können bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.

Kennwort: Perspektivenfonds Afrika
Kenn-Nr.: 8001

Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt     
Bank für Sozialwirtschaft
Kto. 1250700
BLZ 10020500

 

IBAN: DE69100205000001250700
BIC/SWIFT: BFSWDE33BER

 


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