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Aktionsgemeinschaft
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Projektinfo 212/ Indien
ASW: Die „Womens Organization for Rural Development“, WORD, strebt eine Stärkung von Frauen in allen Bereichen an. Wie erreicht ihr die Frauen, wenn ihr in einem neuen Dorf mit eurer Arbeit anfangt?
Pramila Panda: Wenn wir das erste Mal in ein Dorf kommen, sind die Frauen sehr misstrauisch. Wir müssen uns Schritt für Schritt annähern. Meist gehe ich mit ihnen zusammen in den Wald, ich lasse mir zeigen, welche Früchte sie sammeln, oder wir gehen auf die Felder und sprechen über Landwirtschaft. So entsteht eine Beziehung. Während dieser Gespräche bekomme ich heraus, wo ihre Probleme liegen, was sie beschäftigt
Wenn dieser erste Kontakt geknüpft ist, gehen wir auch in die Häuser. Die Frauen fragen wir zunächst ganz einfache Dinge: wie viele Kinder sie haben, was sie kochen und essen. Das schafft auch Vertrauen bei den Männern. So stellen wir Kontakt zu der ganzen Familie her. Beim nächsten Treffen laden wir dann die Frauen zu einem Frauenmeeting ein.
Und wenn die Männer die Frauen nicht gehen lassen?
Dann reden wir zunächst mit Frauen und Männern zusammen. Und besprechen zum Beispiel das Problem der Wasserversorgung im Dorf. Wir von WORD regen dann an, bei der Regierung einen Antrag auf Bereitstellung von Handpumpen zu stellen. Spätestens wenn wir mit dem Antrag Erfolg haben, haben wir auch die Sympathie der Männer und sie lassen ihre Frauen gehen.
Wo finden die Frauentreffen statt?
Wenn wir Glück haben, können wir öffentliche Gebäude benutzen – zum Beispiel die Schule außerhalb der Unterrichtszeiten. Etwa sonntags. Oft müssen wir uns aber in privaten Häusern treffen. Und das kann Probleme machen. Dann reden die Frauen nicht offen über alles.
Manche Männer sind auch sehr ablehnend und fragen, warum wir uns immer in ihrem Haus treffen müssen. Wir versuchen auch zu ihnen eine bessere Beziehung herzustellen. Wir diskutieren zum Beispiel über Verbesserungen, die wir in den Dörfern erzielt haben, bis auch diese Männer von unserer Arbeit überzeugt sind.
Gibt es Themen, über die ihr grundsätzlich mit Männern und Frauen gemeinsam sprechen wollt – wo ein separates Frauentreffen gar keinen Sinn macht?
Wenn z.B. ein neues Regierungsprogramm gestartet wird, wie kostenloses Mittagessen für die Kinder in der Dorfschule, dann organisieren wir ein Dorftreffen. Weil sich alle von solchen Programmen viel erhoffen, kooperieren sie mit uns.
Wie schaffen es die Frauenselbsthilfegruppen allein, also ohne WORD, zu funktionieren?
Wir bieten verschiedene Workshops zur Weiterbildung der Frauen an. Von Fall zu Fall machen wir auch Konfliktmanagement für die Gruppen. Nach und nach werden die Frauen selbstbewusster und die Gruppen können eigenständig arbeiten.
Ein wichtiger Teil unserer Arbeit, der von der ASW finanziert wird, ist die Beteiligung von Frauen an der Selbstverwaltung der Gemeinden: Panchayat Raj. Hier machen wir zum Beispiel Leadership-Trainings für künftige Arbeit im Gemeinderat.
Wie hat sich das Verhältnis zwischen
den Geschlechtern geändert, seitdem ihr aktiv seid?
Die Frauen sind selbstbewusster geworden und die Männer halten sie nicht mehr zurück. In unserem Büro bieten wir auch Gendertrainings an, an denen Frauen und Männer gemeinsam teilnehmen. Vor allem bei den Männern verändert sich dadurch viel. Für sie ist jetzt selbstverständlich, dass Mädchen das gleiche essen wie die Jungen und kein schlechteres oder weniger Essen bekommen.
Zu Fragen der häuslichen Gewalt machen wir Workshops ausschließlich für Frauen. Nach einiger Zeit schaffen sie es, offen über dieses Thema zu reden und auch ihren Männern gegenüber anders aufzutreten.
Was ist aus deiner Sicht der größte Erfolg der Arbeit von Word?
Dass Frauen jetzt am Entwicklungsprozess partizipieren, ist aus meiner Sicht ein großer Erfolg. Und dass Frauen bei den Dorfversammlungen partizipieren, sich in Gemeinderäte wählen lassen und dass ihre Selbsthilfegruppen Gelder aus Regierungsprogrammen mobilisieren können. Und schließlich, dass wir Land für Landlose bereitstellen konnten und die Landtitel auf den Namen von Frauen eingetragen wurden. 45 Frauen nennen sich inzwischen Landbesitzerinnen. Das ist eine Sache, dir vor 20 Jahren noch undenkbar war.
Bitte unterstützen Sie die diese nachhaltige Stärkung von Frauen durch WORD mit Ihrer Spende
| Kennwort: Frauenfonds Indien Kenn-Nr.: 9090 Bankverbindung: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt | |
| Bank für Sozialwirtschaft | |
| Kto. 1250700 BLZ 10020500
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IBAN: DE69100205000001250700 BIC/SWIFT: BFSWDE33BER
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